Kritische Bewertung einer Masterarbeit – Design und Sein

Titel: Design und Sein – Was ist (gutes) Design? – Zwischen Funktionalität und Ästhetik

Autorin: Kira Junker

Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Studiengang Medienproduktion

Jahr: 2025

Link: https://share.google/I1VDqRyrS1o26Pho1

Allgemeiner Überblick

Die Masterarbeit “Design und Sein” beschäftigt sich mit der Hinterfragung von den Fargen “Was ist Design?” und “Was ist eigentlich gutes Design?” und die kritische Auseinandersetzung mit gängigen und idealisierten Designprinzipien.

Gestaltungshöhe

Das Werkstück bedient sich an einem klaren Farbschema und zwei Schriftarten, welches ich durch das gesamte Buch ziehen. Es ist simpel aber effektiv. Außerdem wurde das Werkstück basierend auf der eigenen recherchierten theoretischen Grundlage und schafft daher eine gute balance zwischen Aesthetik und Funktionalität bzw Struktur.

Innovationsgrad

Ich finde den Ansatz sehr spannend, ein Thema zu wählen, zu dem es ja einerseits schon sehr viel Literatur und Recherche zu gibt, diese dann aber sehr kritisch und hinterfragend beäugt wird. Direkt am Anfang wird erwähnt, welche Literatur Inspiration für die Masterarbeit waren und ich finde dass die Masterarbeit sich nicht sehr stark von der Thematik abhebt, sondern sehr ähnlich wie jene aufgebaut ist. Daher kann man argumentieren, dass die Fragestellung nicht viel Innovation aufzeigt, dei Autorin aber dennoch viel eigene Recherche und ein Werstück erstellt hat.

Selbstständigkeit

Die Autorin versucht selbstständig einen eineitlichen Weg für Design zu finden bzw den gängigen zu hinterfragen und bezieht sich dabei auf verschiedene philosophische Ansätze. Andererseits, wie schon gesagt, finde ich dass bei der Fragestellung mehr auf Selbstständigkeit hätte geachtet werden können um dem ganzen eine eigene Handschrift zu geben.

Für das Werkstück hat die Autorin ein gängiges modell genutzt um Zielgruppen zu analysieren und damit drei Personas erstellt, welche sehr passend sind und die selbstständigkeit dieser Analyse zeigen.

Gliederung und Struktur

Es gibt kein Abstract oder eine typische Einleitung, sondern es wird mit der Motivation der Autorin gestartet. Außerdem wurde die Arbeit in zwei Hauptteile unterstrukturiert, Inhalt A (Recherche und Theoriebezug hin zu einem Fazit) und Inhalt B (Beschreibung und Entwicklung des Werkstücks “Design & Sein: Eine philosophische Reise). Auch eine klare Fragestellung oder Hypothese gibt es nicht, was mich etwas irritiert hat.

Kommunikationsgrad

Die Arbeit ist sehr leicht verständlich geschrieben und auch strukturell Leicht verständlich gemacht. Ich finde es teils etwas schwer, von Kapitel zu kapitel zu folgen, da es keine klaren Übergange oder Erklärungen gibt.

Umfang der Arbeit

Die Autorin zitiert sehr viele Theories und Meinungen, aber nur kurz erklärt und angestoßen, mir fehlt da etwas die Tiefe, mit der das gesammelte Wissen dann irgendwie interpretiert und analysiert werden könnte.

Orthographie, Sorgfalt und Genauigkeit

Die Masterarbeit ist genau und sorgfältig, es gibt keine erkennbaren Rechtschreibfehler, Sprache ist zwar Leicht verständlich und trotzdem ausreichend und passend für eine Masterarbeit. Das layout und die verschiedenen Kapitel sind klar und verständlich gestaltet und gut zu verfolgen.

Literatur

Das Literaturverzeichnis ist relative klein, die Autorin hat dort nur 24 Quellen aufgelistet, welche aber fast ausschließlich Fachliteratur oder Bücher sind.

Beurteilung des Werkstücks

Durch das Fehlen einer zentralen Fragestellung, ist mir der Sinn des Werkstücks nicht ganz klar. Laut der Autorin ist das Buch eine “visuelle und inhaltliche Reflexion über die Disziplin Design”. Das Buch ist gestalterisch schön und passend, es ist angepasst an eine analysierte Zielgruppe und fasst die Erkenntnisse der Arbeit zusammen. Insgesamt also ein gutes Werkstück.

Meine persönliche Gesamtbewertung

Mir gefällt an der Masterarbeit besonders, dass sie Design nicht nur functional  sondern auch philosophisch betrachtet und versucht eine Brücke zwischen Ästhetik, Theorie und Funktionalität zu schlagen. Die Gestaltung ist ruhig, klar und konsequent, was gut zur Thematik passt.

Inhaltlich hätte ich mir jedoch eine klarere Fragestellung und eine tiefere kritische Auseinandersetzung mit der vorhandenen Literatur gewünscht. Gerade bei einem Thema, das so breit diskutiert ist, wäre eine stärkere persönliche Position oder ein experimentellerer Ansatz spannend gewesen.

Insgesamt hinterlässt die Arbeit aber einen sehr positiven Eindruck. Sie ist sorgfältig, verständlich und gestalterisch überzeugend geschrieben und man merkt, dass viel Reflexion, Interesse und Neugier am Thema eingeflossen sind.

Note: 2

Kritische Beurteilung der Masterarbeit – Proseminar Master’s Thesis Gruppe A

Titel: Objektbasierte Musikproduktion – Entwicklung eines kombinierten Workflows für Dolby Atmos Music und 360 Reality Audio auf Basis einer bereits bestehenden Stereo-Mischung
Autorin: Daniela Rieger
Erscheinungsjahr: 2020
Studiengang: Masterstudiengang Audiovisuelle Medien
Hochschule: Hochschule der Medien Stuttgart (HdM)
Betreuung: Betreuung (Praxispartner Fraunhofer IIS, Erlangen): Dr. Ulli Scuda, M.Eng. Philipp Eibl

Allgemeiner Überblick

Die Masterarbeit von Daniela Rieger wurde im Studiengang Audiovisuelle Medien an der Hochschule der Medien Stuttgart verfasst und befasst sich mit einem Thema, welches sehr nahe zu meinem aktuell geplanten Masterarbeitsthema ist: der objektbasierten Musikproduktion in den Formaten Dolby Atmos Music und 360 Reality Audio. Ziel der Arbeit ist es, einen kombinierten Workflow zu entwickeln, der auf einer bereits bestehenden Stereo-Produktion aufbaut und für beide Formate funktioniert. Dies ist im Grunde eine gute Grundlage, wie ich die Stereo-Produktionen (die ich jetzt schon habe), in 3D Audio übertragen kann.

Die Arbeit ist klar und nachvollziehbar aufgebaut. Nach einer Einführung folgen theoretische Grundlagen zu objektbasiertem Audio, eine technische Beschreibung der beiden Systeme, die Entwicklung des Workflows sowie die praktische Umsetzung anhand eines realen Songs (Kentia Danca von RIAD & J.K.Rollin’). Das Werkstück besteht also aus einer konkreten Produktion in beiden Formaten, die in der Arbeit ausführlich dokumentiert wird.

Gestaltungshöhe

Die Arbeit überzeugt durch ihren hohen technischen Anspruch. Rieger zeigt ein sehr gutes Verständnis für komplexe Produktionsabläufe und schafft es, diese in einen strukturierten, praxisnahen Workflow zu übersetzen. Die Darstellung ist detailliert, mit vielen Abbildungen und Beispielen, wodurch die technische Umsetzung nachvollziehbar wird.
Was etwas zu kurz kommt, ist die gestalterisch-ästhetische Bewertung des Ergebnisses. Die Autorin beschreibt zwar die klanglichen Unterschiede zwischen den beiden Formaten, führt aber keine systematische Höruntersuchung oder vergleichende Evaluation durch (Hörtests?).

Innovationsgrad

Das Thema war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (2020) sehr aktuell und relevant. Objektbasierte Musikformate befanden sich damals im Aufschwung, und ein kombinierter Workflow war bisher kaum dokumentiert. Der Neuigkeitswert liegt also vor allem in der praxisorientierten Kombination beider Systeme, nicht in einer theoretischen Neuentwicklung.

Selbstständigkeit

Die Arbeit zeigt ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Rieger hat sich intensiv in beide Systeme eingearbeitet, die Workflows eigenständig aufgebaut. Besonders positiv fällt auf, dass sie bei technischen Schwierigkeiten eigene Lösungen entwickelt und direkt mit Dolby in Kontakt stand, um Detailfragen zu klären.

Gliederung und Struktur

Der Aufbau ist logisch und gut nachvollziehbar. Die Kapitel sind klar voneinander abgegrenzt und führen schrittweise von der Theorie zur Praxis. Abbildungen, Tabellen und Screenshots unterstützen die Struktur und helfen beim Verständnis.
Manche theoretische Abschnitte sind recht textlastig und hätten etwas kürzer ausfallen können. Auch methodische Entscheidungen (z. B. Parameterwahl bei den Exporten) könnten stellenweise übersichtlicher zusammengefasst werden.

Kommunikationsgrad

Riegers Schreibstil ist sachlich, präzise und technisch korrekt. Sie erklärt komplexe Sachverhalte verständlich und belegt ihre Aussagen mit anschaulichen Beispielen. Besonders hilfreich sind die zahlreichen Screenshots und Diagramme, die ihre Beschreibungen unterstützen.
Teilweise ist der Text recht dicht und setzt technisches Vorwissen voraus, was für ein Fachpublikum aber angemessen ist. Für Leser*innen außerhalb unseres Studiengangs wäre ein kurzes Glossar oder eine Zusammenfassung am Ende der Kapitel hilfreich gewesen.

Umfang der Arbeit

Die Arbeit hat einen sehr passenden Umfang. Sie behandelt alle relevanten Aspekte des Themas und geht dabei sowohl theoretisch als auch praktisch in die Tiefe. Der Aufwand der praktischen Umsetzung wird deutlich, und der Umfang ist für eine Masterarbeit angemessen und ausgewogen.

Orthographie, Sorgfalt und Genauigkeit

Die Arbeit ist formal sehr sauber. Sprache, Rechtschreibung und Layout sind größtenteils fehlerfrei. Zitate und Quellenangaben sind korrekt formatiert, und die Verzeichnisse sind vollständig. Nur gelegentlich finden sich längere Schachtelsätze, die man für eine noch bessere Lesbarkeit etwas vereinfachen könnte.

Literatur

Das Literaturverzeichnis ist umfangreich und enthält sowohl wissenschaftliche als auch praxisnahe Quellen. Neben Fachartikeln und AES-Publikationen nutzt Rieger auch aktuelle Dokumentationen der Hersteller Dolby und Sony, die für das Thema unerlässlich sind.

Beurteilung des Werkstücks

Das Werkstück ist der zentrale praktische Teil der Arbeit. Es besteht aus der Umsetzung eines Songs in Dolby Atmos Music und 360 Reality Audio und wird detailliert beschrieben. Rieger zeigt alle Schritte von der Session-Struktur über die Plugin-Konfiguration bis hin zu den Exporten und Lautheitsmessungen.
Die Umsetzung ist technisch überzeugend und praxisnah. Theorie und Praxis greifen sinnvoll ineinander, und die Arbeit zeigt klar, welche Unterschiede und Herausforderungen in den beiden Formaten bestehen. Zwar sind die fertigen Produktionen selbst (also die Audiofiles) nicht direkt zugänglich (was leider sehr schade ist), doch die Dokumentation ist so detailliert, dass der Prozess vollständig nachvollziehbar bleibt.
Insgesamt entspricht die Qualität des Werkstücks eindeutig den Anforderungen einer Masterarbeit auf unserer FH: Es ist technisch sauber, innovativ und zeigt einen klaren Erkenntnisgewinn.

Meine persönliche Gesamtbewertung

Daniela Rieger hat mit dieser Arbeit eine sehr gelungene und praxisorientierte Masterarbeit vorgelegt. Sie verbindet theoretisches Wissen mit praktischer Umsetzung auf hohem Niveau und liefert einen Workflow, der auch für andere Produzenten und Toningenieur*innen relevant ist.
Besonders positiv ist die technische Präzision und die klare Struktur. Etwas ausbaufähig wäre noch die klangliche bzw. ästhetische Bewertung des Ergebnisses, etwa durch eine kleine Hörstudie oder eine Reflexion der wahrgenommenen Räumlichkeit.

Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ihre Sorgfalt, Tiefe und Praxisnähe. Ich würde sie im oberen Notenbereich einstufen – zwischen 1 und 2

Empfehlung / Inspiration für mein 3D Audio Master-Projekt

Es könnte wirklich noch spannender sein, die Hörwahrnehmung stärker in den Fokus zu rücken – etwa durch kleine Vergleichstests oder Feedbackrunden mit Hörer*innen (wie das bei anderen Masterarbeiten, die ich in diesem Bereich gelesen hatte, auch schon getan wurde).

Thesis Research 01: Weltentwerfen. Eine politische Designtheorie, Friedrich von Borries

I started reading a book to get new inspiration for my master’s thesis project. my next blog post will just be about some quotes, words, and thoughts from the book (weltentwerfen. eine politische designtheorie, friedrich von borries) that i find interesting. i’ll also include a kind of “free-flowing” summary of everything that comes to my mind randomly but feels inspiring. i will save these impressions under the category “random inspirations.”

book:
weltentwerfen. eine politische designtheorie, friedrich von borries

short facts about friedrich von borries:
friedrich von borries, born in 1974 in berlin, is a professor of design theory at the university of fine arts hamburg (hfbk). as a researcher and designer, he operates in the socio-political border areas of architecture, design, and art.

„als wissenschaftler versuche ich, die welt zu verstehen. als gestalter versuche ich, sie zu verändern. deshalb setze ich mich forschend und entwerfend mit politischen fragen auseinander, die unsere gegenwart bestimmen“
(friedrich von borries, about, https://www.friedrichvonborries.de/de/about)

quotes from the book:
„alles was gestaltet ist, entwirft und unterwirft. design ist von dieser gegensätzlichkeit grundlegend geprägt. sie bedingt freiheit und unfreiheit, macht und ohnmacht, unterdrückung und widerstand. sie ist das politische wesen von design.“
(friedrich von borries, weltentwerfen. eine politische designtheorie, klappentext, berlin: suhrkamp verlag, aktuelle auflage vom 26. 11. 2024)

„entwerfen ist das gegenteil von unterwerfen. entwerfen. unterwerfen. alles, was gestaltet ist, unterwirft uns unter seine bedingungen. gleichzeitig befreit uns das gestaltete aus dem zustand der unterwerfung, der unterworfenheit. design schafft freiheit, design ermöglicht handlungen, die zuvor nicht möglich oder nicht denkbar waren. indem es dies tut, begrenzt es aber auch den möglichkeitsraum, weil es neue bedingungen schafft. alles, was gestaltet ist, entwirft und unterwirft. design ist von dieser sich bedingenden und ausschließenden gegensätzlichkeit grundlegend geprägt.“
(friedrich von borries, weltentwerfen. eine politische designtheorie, berlin: suhrkamp verlag, aktuelle auflage vom 26. 11. 2024, s. 9 f.)

random inspirations:
erleben, erproben, testen (to experience, to prove, to test)

#11 Digitale Illustration im Wandel – Betrachtung einer Masterarbeit

Titel: The Development of Digital Forms of Illustration and Their Impact on Print Publishing from 1990 to the Present, with Particular Reference to Children’s Books

Einführung

Lichiou Chens Masterarbeit untersucht die Entwicklung digitaler Illustrationsformen seit den 1990er-Jahren und deren Einfluss auf die Verlagsbranche, insbesondere im Bereich der Kinderbuchillustration. Die Autorin kombiniert Theorie mit einem praktischen Werkstück, das aus digital illustrierten Beispielen besteht. Die Arbeit ist in zwei Bände gegliedert: Der erste Band widmet sich der theoretischen und historischen Einordnung, während der zweite Band den praktischen Teil enthält. Die Aufteilung hilft, das Nachdenken über das Thema und die eigentliche Gestaltung klar zu trennen.

Bewertung nach CMS-Kriterien

1. Gestaltungshöhe – Qualität und Anspruch der Gesamtdarstellung

Die Autorin zeigt ein gutes Verständnis für die gestalterischen Möglichkeiten digitaler Illustration. Besonders überzeugend ist die Reflexion über Material und Textur im Digitalen. Die im zweiten Band präsentierten Arbeiten sind technisch gut ausgeführt, zeigen jedoch teilweise eine eher klassische Bildsprache, die an analoge Illustrationen erinnert. Der ästhetische Anspruch ist hoch, die stilistische Vielfalt hingegen etwas begrenzt.
Bewertung: 4/5

2. Innovationsgrad – Neuigkeitswert und Beitrag zum Forschungsfeld

Im Jahr 2008 war das Thema besonders aktuell, denn die Digitalisierung veränderte die Kinderbuchproduktion stark. Chen leistet dazu einen wichtigen Beitrag, indem sie den Übergang von traditionellen zu digitalen Techniken genau beschreibt. Allerdings bleibt ihr theoretischer Ansatz eher beschreibend als analytisch. Eine stärkere Auseinandersetzung mit methodischen Fragen, zum Beispiel zu etwa zu Produktionsbedingungen, hätte den wissenschaftlichen Wert noch erhöht.
Bewertung: 3/5

3. Selbstständigkeit – Eigenständige Leistung und Unabhängigkeit

Die Arbeit wirkt sehr sorgfältig und selbstständig durchgeführt. Die Autorin nutzt viele Praxisbeispiele und eigene Illustrationen, was ihre eigenständige künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema zeigt.
Bewertung: 5/5

4. Gliederung und Struktur – Logischer Aufbau und Nachvollziehbarkeit

Die Arbeit ist klar aufgebaut: Sie beginnt mit einer Einführung, behandelt technische Entwicklungen, zeigt Beispiele und beschreibt die praktische Umsetzung. Die Argumentation ist insgesamt verständlich, auch wenn es im theoretischen Teil manche Wiederholungen gibt.
Bewertung: 4/5

5. Kommunikationsgrad – Verständlichkeit, Ausdruck und Darstellungsweise

Die Autorin schreibt klar und gut verständlich. Fachbegriffe aus Illustration und Publishing erklärt sie, die Sprache bleibt trotzdem leicht zugänglich. Die Visualisierungen und Abbildungen sind sinnvoll eingebunden und beschrieben. Manchmal sind die Sätze etwas kompliziert und lang formuliert. Kürzere Texte hätten die Lesbarkeit verbessert.
Bewertung: 3/5

6. Umfang der Arbeit – Angemessenheit in Relation zum Thema

Die Masterarbeit besteht aus zwei umfangreichen Teilen und verbindet Theorie und Praxis gut miteinander. Der Umfang passt zum Thema und zeigt, dass die Arbeit ausreichend bearbeitet wurde.
Bewertung: 5/5

7. Orthographie sowie Sorgfalt und Genauigkeit – Sprachliche Korrektheit und formale Präzision

Die Arbeit wirkt durchgehend formal sehr sorgfältig erstellt. Quellenangaben, Zitation und Layout entsprechen den akademischen Standards.
Bewertung: 5/5

8. Literatur – Qualität, Relevanz und Vollständigkeit der herangezogenen Quellen

Chen nutzt eine gute Mischung aus Fachliteratur, Design-Publikationen und aktuellen Quellen. Es wird viel Sekundärliteratur genutzt. Eine kritischere Bewertung der Quellen hätte die theoretische Tiefe der Arbeit erhöht.
Bewertung: 3/5

Abschließende Bewertung

Lichiou Chens Masterarbeit ist eine gut recherchierte und gestalterisch überzeugende Untersuchung zur Veränderung der Illustration im digitalen Zeitalter. Die Kombination von Theorie und Praxis zeigt, wie viel man durch gestalterische Forschung lernen kann.

Stärken:

  • Illustrationen sind ansprechend und technisch gut umgesetzt
  • Arbeit ist klar strukturiert und gut verständlich
  • Thema ist relevant und praxisnah

Schwächen:

  • Theorie bleibt eher beschreibend, wenig neue Ansätze
  • Praktische Umsetzung zeigt wenig stilistische Abwechslung
  • Manche Inhalte im Text werden wiederholt

Gesamturteil:
Ich würde die Masterarbeit als eine gute und durchdachte Untersuchung zu dem Thema einstufen. Sie enthält besonders für 2008 wichitge Informationen und Beschreibungen über digitale Illustrationsformen, die zu dieser Zeit wichitg für die Buch Branche waren. Die gestalterische Umsetzung verbindet die Praxis mit der Theorie und enthält sehr gute Beispiel über die Ausarbeitung von digitalen Illustrationen.

Da sich meine Arbeit ebenfalls mit dem Thema „Illustrationen in Büchern“ beschäftigt, war es sehr interessant, mich mit dieser Masterarbeit auseinanderzusetzen und einen Einblick zu gewinnen. Besonders gelungen finde ich die Aufteilung in zwei Teile: Theorie und Praxis. Allerdings ist der theoretische Teil, da die Arbeit aus dem Jahr 2008 stammt, heute nicht mehr ganz aktuell. Er zeigt aber eindrücklich, wie wichtig der Wandel durch die Digitalisierung damals war, vergleichbar mit den heutigen Veränderungen durch KI.

Gesamtbewertung: 4/5

Kritische Bewertung einer externen Masterarbeit

Titel: Trauerbewältigung: Rituale und Aufgaben zur Annahme von Trauer in der psychologischen Beratung
Masterarbeit, Universität Graz (2022)
Verfasserin: Niederdorfer, Sabine
Begutachterin: Friehs, Barbara

Wie können Menschen lernen, mit Verlust umzugehen? Und was kann man aus psychologischer Forschung über Trauer für das eigene Produktdesign (Erinnerungsbox) und Masterarbeit im Bereich Erinnerung und Emotion mitnehmen?

Inhalt und Aufbau
Die Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie psychologische Beratung Menschen dabei unterstützt, Trauer anzunehmen und zu verarbeiten. Sie betrachtet verschiedene Trauermodelle und erklärt, wie Beratungsprozesse helfen können, emotionale Stabilität nach einem Verlust wiederzufinden.

Kritische Bewertung
Gestaltungshöhe:
Die Arbeit ist klassisch aufgebaut und erfüllt alle wissenschaftlichen Standards. Visuelle oder kreative Elemente spielen keine Rolle, im Fokus steht der Inhalt.

Innovationsgrad:
Die Kombination aus Trauerbewältigung und Beratungspsychologie ist kein völlig neuer Ansatz, wird aber sorgfältig und praxisnah behandelt.

Selbstständigkeit:
Die Autorin arbeitet eigenständig, mit klarer Fragestellung und reflektierter Argumentation.

Gliederung und Struktur:
Die Struktur ist logisch aufgebaut, von theoretischer Basis bis zur praktischen Anwendung. Der rote Faden bleibt durchgehend erkennbar.

Kommunikationsgrad:
Die Sprache ist wissenschaftlich, aber verständlich. Fachbegriffe werden erklärt, und der Text ist angenehm zu lesen.

Umfang:
Der Umfang ist stimmig, weder zu kurz noch ausschweifend. Alle relevanten Aspekte werden abgedeckt.

Sorgfalt und Genauigkeit:
Sprachlich sehr sauber, korrekt zitiert und sorgfältig ausgearbeitet.

Literatur:
Die Arbeit nutzt solide psychologische Fachliteratur. Eine Ausweitung auf kultur- oder sozialwissenschaftliche Perspektiven wäre interessant gewesen, um das Thema noch breiter zu fassen.

Fazit und Relevanz für die eigene Masterarbeit
Die Masterarbeit bietet eine fundierte psychologische Grundlage zum Thema Trauer. Für mein eigenes Projekt „Die Erinnerungsbox“ ist sie besonders relevant, weil sie zeigt, wie zentral die bewusste Auseinandersetzung mit Verlust ist. Während die Arbeit selbst theoretisch bleibt, liefert sie wichtige emotionale und inhaltliche Impulse, um ein Produkt zu entwickeln, das Erinnerung, Würdigung und Trauer auf positive Weise verbindet.

Zwischen Bild und Ton – Kritische Bewertung der Masterarbeit “Automatic Sonification of Video Sequences” von Andrea Corcuera Marruffo

Grundlegendes

Autorin: Andrea Corcuera Marruffo
Titel: Automatic Sonification of Video Sequences through Object Detection and Physical Modelling
Hochschule: Aalborg University Copenhagen
Studiengang: MSc Sound and Music Computing
Jahr: 2017

Die Arbeit von Andrea Corcuera Marruffo untersucht die automatische Erzeugung von Foley-Sounds aus Videosequenzen. Ziel ist es, audiovisuelle Inhalte algorithmisch zu sonifizieren, indem visuelle Informationen, z.B. Materialeigenschaften oder Objektkollisionen, mithilfe von Convolutional Neural Networks (nutzung des YOLO models) analysiert und anschließend physikalisch modellierte Klänge synthetisiert werden. Damit positioniert sich die Arbeit an der Schnittstelle von Klangsynthese, teilweise software und coding und Wahrnehmung, ein Feld, das in der Medienproduktion wie auch in der künstlerischen Forschung zunehmende Relevanz besitzt und entsprechend auch überschneidungen zum Grundkonzept meiner vorstehenden Masterarbeit.

Das „Werkstück“ besteht aus einem funktionalen Prototypen, der Videos analysiert, Objekte klassifiziert und deren Interaktionen in synthetisierte Klänge übersetzt. Ergänzt wird dieses Tool durch eine Evaluation, in der audiovisuelle Stimuli hinsichtlich ihrer Plausibilität und wahrgenommenen Qualität getestet werden.

Bewertung

systematisch anhand der Beurteilungskriterien des Studiengangs CMS

(1) Gestaltungshöhe

Die Arbeit zeigt eine sehr gute technische Tiefe und eine klare methodische Struktur. Der Aufbau ist logisch, die Visualisierungen (z. B. Flussdiagramme, Spektrogramme) sind nachvollziehbar und unterstützen das Verständnis des Prozesses.

(2) Innovationsgrad

Der Ansatz, Foley-Sound automatisch (unter dem Einsatz von „physical modelling“) zu generieren, wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (2017) nur vereinzelt erforscht. Die Verbindung von Object Detection und Physical Modelling stellt daher einen innovativen Beitrag im Bereich „Computational Sound Design“ dar.

(3) Selbstständigkeit

Die Arbeit zeigt eine deutliche Eigenleistung. Die Autorin erstellt ein eigenes Dataset, modifiziert Trainingsdaten und implementiert das YOLO Model in einer angepassten Form. Auch die Syntheseparameter werden experimentell abgeleitet. Die Eigenständigkeit ist daher sowohl konzeptionell als auch technisch vorhanden.

(4) Gliederung und Struktur

Die Struktur folgt einem klassischen wissenschaftlichen Aufbau. Theorie, Implementierung, Evaluation, Schlussfolgerung. Kapitel sind klar fokussiert, jedoch teils stark technisch geprägt, was die Lesbarkeit für fachfremde Leser einschränken kann. Eine visuellere Darstellung der Evaluationsmethodik hätte das eventuell verbessert.

(5) Kommunikationsgrad

Die Arbeit ist insgesamt verständlich und präzise formuliert. Fachtermini werden sorgfältig eingeführt, Abbildungen sind beschriftet und logisch eingebunden. Der sprachliche Stil ist sachlich, allerdings manchmal zu stark an technischer Dokumentation orientiert. Narrative Reflexionen zu Designentscheidungen oder ästhetischen Überlegungen fehlen weitgehend, was anhand des Studiengangs, welcher sich nicht hauptsächlich an design orientiert verständlich und nachvollziehbar ist.

(6) Umfang der Arbeit

Mit über 30 Seiten Haupttext und zusätzlichem Anhang ist der Umfang angemessen. Die Balance zwischen Theorie, Umsetzung und Evaluation ist gelungen. Die empirische Studie mit 15 Proband bleibt jedoch relativ klein, wodurch die statistische Aussagekraft begrenzt ist.

(7) Orthographie, Sorgfalt und Genauigkeit

Die Arbeit ist durchgängig formal korrekt und methodisch sorgfältig dokumentiert. Kleinere sprachliche Unschärfen („he first talkie film“) mindern den Gesamteindruck kaum. Zitate und Quellenverweise sind konsistent.

(8) Literatur Das Literaturverzeichnis zeigt eine solide theoretische Fundierung. Es werden gängige Quellen zu Sound Synthesis, Modal Modelling und Neural Networks verwendet (Smith, Farnell, Van den Doel). Allerdings wären aktueller Medien- oder Wahrnehmungsforschung (durch z. B. Sonic Interaction Design, Embodied Sound Studies) noch eine spannende Ergänzung hinsichtlich Forschungsliteratur gewesen.

Abschließende Einschätzung

Insgesamt überzeugt die Arbeit durch ihren innovativen Ansatz, die methodische Präzision und die gelungene Umsetzung eines komplexen Systems. Die Evaluation zeigt kritisch die Grenzen des Modells auf (Objektgenauigkeit und Synchronisationsprobleme), was die Autorin reflektiert und nachvollziehbar einordnet.

Stärken: klare Struktur, hohes technisches Niveau, origineller Forschungsansatz, eigenständige Implementierung.
Schwächen: begrenzte ästhetische Reflexion, kleine Stichprobe in der Evaluation, eingeschränkte Materialvielfalt.

My Review of “Designing for Slow Reflection” by Gkounta & Wijayantha (2025)

The master thesis “Designing for Slow Reflection: Using a Physical Artifact to Reflect on Screen Exposure” was written by Dimitra Gkounta and Hasini Wijayantha, from the Master’s Programme in Human Computer Interaction and User Experience at the Umeå University in 2025. It explores how design can encourage people to think more deeply about their screen habits before going to sleep. In the current world, where most echnologies are designed to be fast and efficient, the authors experiment with slow technology; a design approach that promotes patience, reflection, and awareness instead of instant gratification.

Their research question is clear:

How can slow technology design qualities be implemented in an artifact to foster reflection on screen exposure before sleep?

To explore this, they used a Research through Design approach and created a low-fidelity prototype figurine that changed it’s appearance based on participants self reported screen time and sleep quality over the span of three days. The figurine represented the users behaviour visually through torn clothes or dirt (representing poor sleep or excessive screen time) or a neat appearance (representing healthier habits).

Pre-Evaluation

The figurine is well documented in this thesis. The authors describe its material, design choices, and the reasoning behind each visual change, such as torn clothing or posture adjustments. Photos and diagrams show the figurine in different stages of transformation thus painting a clear picture of the development process. It is also explained why the figurine was kept low-fidelity, giving a very well documented impression overall.

Though it is not publicly accessible the detailed explanation of the process would allow an interested party to recreate a similar setup.

The theoretical arguments and the practical implementation align convincingly which can be seen by a clear representation of three slow technology qualities (explicit slowness, ongoingness, and pre-interaction). There is a deliberate delay between data reporting and visual change (explicit slowness), the figurines gradual deterioration (ongoingness), and the morning audio journaling (pre-interaction). Though some participants reacted poorly to the delayed feedback, that just confirmed the expected challenge of introducing slowness into an environment that is accustomed to fast-technology.

Overall the documentation is clear and comprehensible. Each methodological step is described in detail, easy to follow and participant quotes give quick insight into how the figurine was perceived.

In my opinion, the quality of this thesis fully meets the standards expected of a master’s thesis and could be used as a shining example. It demonstrates a strong link between theory and design, creative experimentation, and careful reflection.

Main Evaluation

Overall Presentation Quality
The thesis is professionally presented and well structured. There is a clear line leading from theory to practice and both the term slow technology and the design process of the figurine are explained well. The thesis reads very easily without loosing its scientific tone which was a pleasant surprise.

Degree of Innovation
I think this work is highly original, at least I haven’t seen anything similar before. It combines slow technology with self tracking through data which is very interesting. The delayed feedback approach was very new to me since most technologies focus on near instant feedback and quick responses. The figurine also introduced a certain ambiguity to the data which is a refreshing idea, hopefully leading to more meaningful engagement. Overall the thesis provided a fresh perspective by focussing on designing for reflection rather than efficiency.

Independence
The authors show strong independence and creativity. They designed and created the figurine themselves, developed the study setup, and critically reflected on their own design choices. And though it was not without its challenges (e.g. participant misinterpretation), they adjusted their method accordingly.

Organization and structure
This thesis is organized very logically. Each section builds upon the previous one and has a clear focus. The transitition from theory to practice is clear and the documentation of both design and analysis is easy to follow. Photos of the figurine add to an easily digestable reading experience.

Communication
The writing style is professional yet clear and easy to understand. Concepts like explicit slowness, ongoingness, and pre-interaction are well explained. In my opinion the authors successfully combined technical language with narrative elements such as participant quotes which made the whole thesis engaging to read.

Scope
The scope fits the level of a master thesis. The project focuses on a specific, manageable question and a small user group of six participants. My only critique would be that the study frame was very short (three days) and could’ve been expanded.

Accuracy and Attention to Detail
The study reads very careful and precise. The theoretical foundation seems solid and the design and analysis are documented in such detail, that it makes it easy to understand how the figurines transformations came about.

Literature
This thesis makes great use of literature by connecting classical theories of reflection (Schön, 1987) with more recent studies on slow design and personal informatics. The authors also situate their project in a broader research context by showing how their study fills a gap in applying slow technology in self-tracking before sleep.

Overall Assessment

This thesis was super interesting to read, gave plenty of new perspective, food for thought, and was overall a thoughtful piece of research. It had a strong theoretical foundation, a creative new concept and a more than sufficiently reflective analysis. I think the application of slow technology principles, through a physical figurine into personal informatics is innovative and refreshing and made for an engaging read. A minor weakness is the short duration of the study, which limits insight into long-term behavioral change and could question the validity of the study outcome. Still, this thesis offers some inspiration for designers/researchers who want to rethink the role of slowness and reflection in todays fast paced environment. Slowing down could actually help us see ourselves more clearly.

IMPULS #1: Kerstin Röse (WUC)

Take-away: Vortrag von Kerstin Röse – „Digital Exclusion“

Der Vortrag von Kerstin Röse beim World Usability Congress war für mich ganz spannend, weil er ein Thema behandelt hat, das man im UX/UI-Design oft vergisst: ältere Menschen als Zielgruppe. Wir designen meistens neue Interfaces, informieren uns über die neusten KI Modelle oder das Internet of Things, dabei gibt es gleichzeitig eine ganze Generation, die sich von dieser „digitalen Welt“ ausgeschlossen fühlt oder gar keinen Zugang hat. Eigentlich ein Thema, dass uns in Betracht unserer Großeltern auch bewusst ist, aber es war trotzdem interessant, noch ein paar empirischere Daten und noch mehr sensibilisierung zu dem Thema zu bekommen. Jedenfalls ging es im Vortrag um digitale Exklusion, speziell bei Menschen ab 65 Jahren, und was wir als Designer*innen dagegen tun können.

Röse hat in ihrem Talk den Satz gesagt: „Every generation will get their silverliners.“ – also, jede Generation bekommt irgendwann ihre „Silberrücken“, ihre älteren Menschen, die mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten müssen. Sie hat auch schön gezeigt, wie sich die digitale Interaktion über die Jahrzehnte verändert hat – von Kommandozeilen über grafische Interfaces bis hin zu KI Inputs meist über Sprache. Ich hab mich gefragt, welche technische Neuerung wohl kommen wird, wenn ich ein silverliner bin und mit der Weiterentwicklung kämpfe.

Ein zentrales Thema war, dass digitale Transformation nur dann erfolgreich ist, wenn sie alle einschließt. Damit hat sie deutlich gemacht, dass digitale Teilhabe nicht nur ein soziales, sondern auch ein wirtschaftliches Thema ist. Anscheinend gewinnt man nämlich nur so Konzerne dazu, Inklusion zu betreiben: Wenn ältere (oder anderwertig beeinträchtigte) Menschen ausgeschlossen bleiben, verlieren sowohl sie als auch Unternehmen wichtige Potenziale. Und schließlich geht es immer um den Umsatz.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Studie „D21 Digital-Index 2020/21“, die sie zitiert hat. Darin wurde untersucht, was sogenannte „Offliner“ – also Menschen, die das Internet nicht nutzen – motivieren würde, doch digital aktiv zu werden. Die Ergebnisse waren so:

  • 23 % würden sich mehr trauen, wenn ihnen jemand zeigt, wie es funktioniert.
  • 20 % wünschen sich einfachere Bedienung.
  • 19 % würden sich überzeugen lassen, wenn sie einen klaren persönlichen Nutzen sehen.

Diese Zahlen zeigen ziemlich deutlich, dass es beim Thema „Digital Inclusion“ nicht nur um Technik geht, sondern um Verständnis, Empathie und gute Kommunikation. Als Designer*innen sollten wir besondern bei der “einfachen Bedienung” einwirken können – indem wir Produkte schaffen, die intuitiver sind, Vertrauen aufbauen und Menschen Schritt für Schritt begleiten. Den letzten Punkt mit “persönlichen Nutzen” verstehe ich nicht ganz. Wenn sie eh keinen Zweck für an einem digitalen Gerät sehen, weil sie ihr Leben ev. mithilfe von Verwandten oder offline Medien regeln können, dann seh ich auch keinen anderen Nutzen, außer kommerz, den Offlinern unbedingt das Internet aufzubürden.

Was ich aus dem Vortrag wiedermal mitgenommen habe, ist vor allem: Design hat Verantwortung. In meiner Masterarbeit wird es wahrscheinlich nicht um ältere Menschen oder Barrierefreiheit im Web gehen, aber ev. um die Benachteiligung von Frauen in Kunst und Wissenschaft, und der Grundtenor “Exklusion” bleibt auch hier derselbe.


Hier der Link zu der Studie:

https://initiatived21.de/uploads/03_Studien-Publikationen/D21-Digital-Index/2020-21/d21digitalindex-2020_2021.pdf

Es kommen bei dem Digitalisierungsindex jährlich Zahlen raus, in wie weit die Digitalisierung in Deutschland fortgeschritten ist.

IMPULSE #1: 7 Minutes of Writing

Yesterday in class, we did a simple, yet for me, annoying exercise: write continuously for seven minutes, starting with the phrase “I am writing my master’s thesis about…” No stopping, no editing, no thinking too much … just writing. 

What began as a stream of random thoughts quickly turned into something more revealing. I switched from English to German almost instantly, because it felt more natural — and maybe also because the topic touches something personal. I found myself writing about how religion, especially Catholicism, still influences me, and how my relationship with it has changed over time. 

I realized that my thesis isn’t just about “religion and millennials” in an abstract sense. It’s about the tension between belief and institution, between faith and church. I wrote about how many of my friends have turned away from religion, how the Church has lost credibility, and yet how my personal faith still gives me strength. That contradiction — being supported by something that many reject — feels like the heart of what I want to explore. 

During those seven minutes, I also wrote about my uncertainty: How can I make this topic interactive? How can I visualize something as internal and emotional as belief? I imagined a projection inside St. Stephen’s Cathedral, a space that already carries so much symbolic weight. But what would I actually project? What is the question behind the light? 

By the end of the exercise, I was exhausted and a little frustrated. Seven minutes can feel endless when you’re forced to confront your own thoughts without a filter.  The writing helped me see that I don’t need to have all the answers yet.  

This small exercise reminded me that creative research isn’t only about collecting data or designing interfaces. It’s also about listening to yourself, about noticing what questions keep returning, even when I tried to avoid them. Question like: Can faith exist without the institution of the Church? But my topic includes the topic of distance as well. Maybe something i should focus more on and something i can work with in my interactive part. 

Dissclaimer: AI was used here for a better wording 

IMPULSE: Doku Fernweh und Flugscham

Als ersten Impuls und erste Inspiration für mein Masterarbeit-Thema habe ich recherchiert, welche anderen Dokumentationen zum Thema Overtourism, nachhaltiges Reisen und die Zukunft des Tourismus bereits produziert wurden und bin dabei auf die Dokumentation “Fernweh und Flugscham – Wie wollen wir in Zukunft reisen?” von Antje Christ auf der ARTE Mediathek gestoßen.

Die Dokumentation behandelt allgemein die Probleme die mit der immer weiter steigenden Menge an Touristen einhergehen. Im speziellen wird auf einzelne Hotspots eingegangen wie zum Beispiel Barcelona, Venedig und Dubrovnik.

Palau wird als Positivbeispiel herangezogen, da hier großer Wert darauf gelegt wird, die Einreisenden Tourist:Innen darauf hinzuweisen, respektvoll mit dem Land umzugehen. Hierfür wurde ein eigenes Video produziert (siehe: https://www.youtube.com/watch?v=UKhmZbY3FYY), welches jeder einreisenden Person gezeigt wird, sowie ein spezieller Passstempel, mit dem man sich bei Einreise zumindest symbolisch dazu verpflichtet, sich dem Land gegenüber respektvoll zu verhalten.

Während solche Maßnahmen durchaus das Bewusstsein und das Verantwortungsgefühl der Reisenden stärken können, werden sie alleine nicht die Lösung gegen Overtourism sein.

Die Doku beschreibt, dass das große Problem im heutigen Tourismus die schiere Menge und Konzentration von Tourist:Innen an bestimmten Orten darstellt. Und obwohl Tourismus durchaus auch neue Jobs und Möglichkeiten für Anwohner dieser Hotspots schafft, sind dies meist sehr schlecht bezahlte und unsichere Berufe. Eine der notwendigen Maßnahmen, welche in der Doku beschrieben wird ist daher die Dezentralisierung von Touristenströmen, um Hotspots zu entlasten. In Barcelona werden beispielsweise immer mehr Attraktionen in der direkten Umgebung der Stadt beworben um die Touristenmassen im Stadtkern auszudünnen und Touristenströme bewusst zu lenken und zu verteilen.

Auch in Venedig ist die schiere Konzentration neben den Kreuzfahrtschiffen das größte Problem. Die Touristenmassen konzentrieren sich auf einige wenige Attraktionen, während Kreuzfahrtschiffe die Luftqualität drastisch verschlechtern und ihre Passagiere kaum Geld in der Stadt lassen. Hier gibt es Überlegungen, in Zukunft digitale Systeme wie beispielsweise Überwachungskameras, Smartphone Tracking, sowie Big Data einzusetzen um die Bewegungsmuster von Touristenmassen zu verfolgen und dementsprechend zu reagieren und sie zu steuern. Hier wurde in der Dokumentation auch darauf eingegangen, dass Tourist:Innen auch heute schon nicht nur durch bewusst wahrgenommene Eindrücke, beispielsweise auf Social Media oder im Fernsehen, sondern auch durch die darunterliegenden Algorithmen stark unterbewusst beeinflusst werden.

Die Dokumentation zeigt aber auch mögliche Zukunfts-Szenarien auf, wie Tourismus nachhaltiger gelebt werden kann. Beispielsweise wird von “Resonanztourismus” gesprochen, bei dem das Ziel sein soll, dass sich Besucher:Innen kaum noch von Einheimischen unterscheiden lassen, sondern mit den lokalen Gegebenheiten quasi verschmelzen. Außerdem soll “Slow Travel” in Zukunft als Kontrast zur alltäglichen Gehetztheit stehen und damit auch authentischere Erlebnisse für Reisende ermöglichen.
Im Film wird erklärt, dass Tourismus nur dann zukunftsfähig sein kann, wenn immer weniger große Konzerne involviert sind, man selten aber dafür länger verreist und man so gut es geht versucht auf umweltschädliche Reisen zu verzichten.

Die Doku beschreibt noch viele andere wichtige Punkte und Probleme, die von mir aufgezählten waren jedoch die, die bei mir am meisten Eindruck hinterlassen haben und mir den größten Denkanstoß gegeben haben. Allgemein hat die Doku in mir die Frage geweckt, ob möglicherweise unsere grundlegende Art in der heutigen Zeit Konsum zu betreiben auch das ist, was aus Tourismus ein Problem macht und ob vielleicht ein allgemeines Umdenken notwendig ist.
Warum sollte man aber nicht genau im Tourismus mit diesem Umdenken starten?

Für alle, die Interesse an der Dokumentation haben, hier noch der Link: (disclaimer – sie ist leider nur in Deutschland oder mit deutschem VPN verfügbar)
https://www.arte.tv/de/videos/100296-000-A/fernweh-und-flugscham/