LS3 #10 Hokus Pokus, wo ist der Fokus?

Nachdem wir mehrere unterschiedliche Gespräche bezüglich Masterarbeit mit verschiedenen Menschen hatte, ist mir klar geworden, dass mir noch etwas der Fokus fehlt. Bei meinem Gespräch mit Frau Lagger, haben wir zwar auch klargestellt, dass zu Beginn des Researchs auch noch kein exakt klarer Fokus stehen muss, dennoch wäre es gut, einen Bereich und eine Zielgruppe zu definieren – einfach damit ich es mir leichter und greifbarer mache.

Ich find es immer sehr schwer, einen klare Fokus zu finden, weil das ja bedeutet, dass interessante Themen herausfallen könnten. Hier also erstmal, was ich gern mitdrin hätte.

Reime

Klar, das ist offensichtlich und der Hauptfokus meiner Arbeit.

Humor

Nachdem ich letztens die eine Masterarbeit zum Thema Humor im Design gelesen habe, habe ich nochmal mehr gemerkt wie interessant ich Humor und Witz eigentlich finde, auch wenn es schwer messbar ist. Aber gerade das macht es so interessant und in kombination mit Reimen vielleicht auch gut erforschbar.

Außerdem schafft Humor einen niedrigschwelligen Einstieg in jegliche Kommunikation. Oft werden so Hemmschwellen reduziert und Botschaften zugänglicher gemacht (Eisend & Kuß, 2009). Menschen reagieren offener auf spielerische statt belehrende Sprache. Besonders bei Text im öffentlichen Raum kann oft der erste emotionale Impuls entscheiden und Humor könnte diesen Impuls positiv färben. Gleichzeitig ist natürlich auch die Frage, wie weit Humor gehen kann und ab wann Grenzen überschritten werden oder ernste Themen zu witzig dargestellt werden.

Anwendungsbereich: Aktivismus/ gesellschaftliche Kommunikation

Ich arbeite in meinen bisherigen Projekten häufig mit gesellschaftlichen oder feministischen Themen, auch sichtbar hier im prozess meiner Blogposts. Dabei interessiert mich irgendwie immer weniger laute oder konfrontative Protestästhetik, sondern subtilere, alltagsnahe Interventionen und gleichzeitig Gestaltung die Menschen eher einlädt als belehrt.

Ich hab durch vorherige Arbeit und Praktika auch ein paar Kontakte bei Greenpeace und zu aktivistischen Gruppen in Graz, deren Standpunkte ich für meinen Research gut nutzen könnte.

Außerdem sind viele aktivistische Gestaltungen recht ernst, schwer oder moralisch aufgeladen und solche Kommunikation kann logischerweise schnell abschreckend oder überfordernd sein, vor allem für Menschen, die sich damit eher wenig befassen wollen und damit im Straßenbild überrascht werden.

Ich hab gemerkt, dass ich selbst auf humorvolle oder gereimte Botschaften stärker reagiere als auf reine Forderungen. Deshalb interessiert mich, ob spielerische Sprache wirksamer sein kann als klassische Appelle und Aktivismusformen.

Mögliche Forschungsfrage (fokussiert yeha):

Wie beeinflussen gereimte und humorvolle Formulierungen die Wahrnehmung, Merkfähigkeit und emotionale Zugänglichkeit gesellschaftlicher Botschaften im öffentlichen Raum im Vergleich zu sachlich formulierten Aussagen?

Oder aber, wenn ich mehr in Richtung Gestaltung gehen möchte:

Wie beeinflussen typografische und layoutbezogene Gestaltungsstrategien die Wahrnehmung, Lesbarkeit und Merkfähigkeit gereimter Sprache in der visuellen Kommunikation?

LS3 #9 Typooo

Bisher zwar noch nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber wenn ich mich mit Sprache und Schrift auseinandersetzen möchte, ist Typografie ein nicht ganz unwichtiger Teil davon. Vielleicht sogar der Wichtigste, weil es beides miteinander verknüpft.

Back to the Basics

Wieso ist es wichtig, verschiedene Schriften zu nutzen? Irgendwie ja auch logisch, aber was ist da der Hintergrund?

Die Gestaltung und Anordnung von Schrift anhand von Merkmalen wie Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Satzzeichen, Zeichenabstand, Textausrichtung … wird als “Typografie” bezeichnet (Leitner, 2024). Mithilfe von diesen (und noch viel mehr) Elementen wird die Darstellung der Schrift je nach Kontext angepasst. Weil Schriften sind im Grunde genommen auch nur Formen und Formen hinterlassen unterschiedliche Wirkungen.

Typografie strukturiert Informationen, schafft Hierarchien und lenkt den Blick. Sie entscheidet darüber, was zuerst wahrgenommen wird, wie schnell etwas gelesen werden kann und ob ein Text zugänglich oder anstrengend wirkt. Damit beeinflusst sie nicht nur die Lesbarkeit, sondern auch das Verständnis von Inhalten.

Gleichzeitig transportieren Schriften immer Stimmungen und kulturelle Bedeutungen. Eine Serifenschrift kann traditionell oder seriös wirken, eine serifenlose modern oder technisch, eine handschriftliche persönlich oder informell. Typografie ist daher nie neutral: Sie rahmt den Inhalt und prägt, wie eine Botschaft interpretiert wird.

Die Gestaltung der Schrift sollte demnach eine Information gut lesbar, aesthetisch ansprechend und im Kontext stehen gestaltet werden, es gibt aber natürlich keine Regeln denen befolgt werden muss (Leitner, 2024).

Typography & Poetry

Hier mal wieder eine kleine Zusammenfassung eines Buches, was ich passend und spannend zum Thema finde.

“Typography is kept at the treshold of verse” (Matore, 2023).

In dem Buch the graphics of verse experimental typography in twentieth century poetry beschäftigt sich Daniel Matore damit, wie Poetry durch Print zu einer visuellen Erfahrung wurde und wie die unterschiedliche Nutzung von Typografie dies im Beszug auf Aspekte wie Layout, Sound und Struktur beeinflusst hat (Matore, 2023). Außerdem wird hier argumentiert, dass Typografie zu Beginn des Druckes sehr konservativ ausgerichtet war. Es ging hierbei mehr um die Funktionalität des Textes und der Leitsatz “Gute Typografie fällt nicht auf” ist Gang und Gebe. Laut Morison (1967), bewegt sich Typografie mit der Geschwindigkeit des konservativsten Lesers. Auch die modernen Bewegungen im 20. Jahrhhundert wie Bauhaus oder Tschichold sehen Typografie eher als funktional und rational an. Es wird als Werkzeug der Informationsübertragung genutzt und designed.

Das Buch stellt dies dann einiger Dichter gegenüber, welche ohne Typografieasubildung in den Druck iherer Poesie geworfen wurden. Da natürlich kein Verständnis von Regeln vorhanden war, konnte hier viel freier und vielleicht auch kreativer mit der Gestaltung umgegangen werden – Resultat sind zerbrochene Syntax, Störung der Lesbarkeit, visuelle Anordnung von Wörtern oder variable Abstände. Typographie nimmt also als Gestaltungsmittel Form an und ist Teil der Kunst und des Gedichts. Das Schriftbild ist ein wichtiger Teil davon, wie das Gedicht aufgenommen wird.

Matore kritisiert hier also die funktionale Typografie und zeigt auf, dass es gerade für Literatur, Poesie und “künstlerische” Texte keine messbare Funktion gibt (Matore, 2023).

LS3 #8 Sweeter than Honey

Ich war jetzt am Wochenende in München eine Freundin besuchen. Wir sind dann in der Ausstellung “Sweeter than Honey – Ein Panorama der Written Art” in der Pinakothek der Moderne gewesen. Ich habe meine Impuls Beiträge alle schon durch, deswegen nutze ich das hier jetzt einmal als Inspiration für meine Masterarbeit und als normalen Blogpost.

In der Ausstellung geht es um verschiedene Aspekte zwischen Schrift, Bild und Geste in der modernen Kunst und zeigt eine Sammlung verschiedener Werke von ca. 60 Künstler:innen aus verschiedenen Ländern um eine globale Perspektive zu schaffen. Die zwei wesentlichen Fragen, die hierbei gestellt werden, sind:

Welche Rolle spielen Schrift und Geste in der Kunst der Moderne und Gegenwart?

Wie ermöglichen textbasierte Werke über eine westliche Perspektive hinaus kulturübrgreifende Dialoge?

Spannend finde ich auch die Interpretation des Titels. “Sweeter than Honey” also Süßer als Honig kann als Symbol für die Süße von Wissen und Weisheit stehen, aber eben auch aufzeigen, dass harte Realität auch durch Kunst und schöne Worte “süß” werden kann. Diesen Ansatz fand ich spannend, da ich die Theamtik eventuell auch in meiner Masterarbeit aufgreifen möchte. Wie kann Wortspiel und Taktik verwendet werden, um etwas eventuell aus dem Kontext heraus darzustellen oder anders wirken zu lassen und wie ist das messbar?

In der Ausstellung wurden unter anderem auch einige arabische und persische Werke präsentiert. Da ich die Sprache nicht kann bzw. bisher auch wenig Berührungspunkte damit hatte, fand ich es auch hier sehr interessant die Beschreibungen der Werke zu lesen und zu verstehen. Dort wurde erklärt, dass Buchstaben eben nicht nur neutrale Träger von sprachlichen inhalten ist, sondern auch die Erscheinungsform bzw Art der Darstellung eine wichtige Bedeutung trägt oder tragen kann. text funktioniert hier also als Text so wie als Bild. Oft werden Schriftzüge mit floralen oder geometrischen Ornamenten verknüpft und fungieren so auch als darstellendes Bild trotz eigentlich nützlicher Funktion.

Ein anderes für mich inspirierendes Werk der Ausstellung ist der “Room with all existing words”. Mark Manders hat als Projekt eine Zeitung erschaffen, welche mit korrekter Grammatik jedes Wort des englischen Dictionaries einmal nennt (Zeiten vor AI lol). Ich finde das Projekt irgendwie so simpel und wirkürlich, was es gleichzeitig so interessant macht. Ich hab kaum etwas verstanden, wenn ich mir mal einen Absatz durchgelesen habe, sodass ich mich direkt gefreut hab, wenn mal ein Wort kam, was ich verstanden hab. Und es hat mir irgendwie wieder gezeigt, was man eigentlich alles mit Wörtern und Sprache machen kann.

Literaturverzeichnis

Pinakothek der Moderne. (09.02.2025). Sweeter than Honey [Exhibition]. Munich, Germany. 

LS Impulse #8  Die Odyssee (Thalia Theater Hamburg)

I wasn’t sure at first if this experience would fit into my Design & Research impulses, but in the end it turned out to be one of the most memorable and emotionally intense cultural experiences I’ve had in a long time: the theatre performance Die Odyssee at Thalia Theater Hamburg. Honestly, I would recommend it to anyone, insane!

Ah and if you want to go, maybe don’t read this impulse now – spoiler alert 😊

The play reinterprets Homer’s Odyssey, but instead of retelling the heroic journey of Odysseus himself, it focuses on the people left behind aka his two sons Telemachos and Telegonos, who have never really known their father. Both wait for the return of a man who exists mostly as a myth, a story or a projection. Odysseus becomes less a person and more an unreliable narrative that the play uses as a red threat.

The performance begins with an almost empty coffin, probably Odysseus’, which already hints at absence rather than presence. At one point, a white balloon rises out of it like a soul escaping, only to be immediately shot down. Instead of epic heroism, we are confronted with absurdity, grief and irony. Throughout the play, the actors constantly switch roles, bodies, and identities. They become brothers, monsters, wrestlers, vampires, Odysseus himself, and at some point even storm through the audience with chainsaws. The stage design keeps transforming, nothing feels stable or fixed.

What makes the whole experience even stranger: most of the spoken language is a kind of fictional Nordic/Scandinavian-sounding mix. I didn’t literally understand much of it and still, somehow, I understood everything. Meaning was not transported through words alone but through rhythm, gesture, movement and atmosphere.

It was chaotic, absurd, funny, dark, and emotional all at once. I laughed a lot, but I also felt uncomfortable or even slightly scared at moments. It constantly shifted between comedy and tragedy. It felt like the play refused to settle into one tone or one clear interpretation.

What does this have to do with communication design?

Afterwards, I kept thinking about how strongly this performance worked without relying on rational clarity. In design, we often assume that communication has to be precise, readable, and immediately understandable. This play did the opposite: it embraced confusion, lost storylines and emotional intuition. And still it somehow communicated incredibly well.

The stage functioned almost like a spatial design system. Light, costumes, props, and bodies created meaning visually and physically. The actors’ movements replaced explanation. Language became sound and rhythm rather than information. It reminded me that communication is not only cognitive but also sensory and emotional.

In a way, the performance felt similar to some of the ideas I’m exploring in my own practice: breaking linear narratives, creating immersive environments, and allowing interpretation rather than controlling it. It also connects to my interest in public space and interaction. The moment the actors entered the audience dissolved the boundary between stage and viewer, turning spectators into participants.

Relevance for my Master’s thesis

This impulse is particularly interesting for my current research around rhythm, rhyme, and perception in design. The play showed me that structure can work beyond literal meaning. Even without understanding the language, I could follow emotional patterns, repetitions, and contrasts  almost like a visual or bodily form of rhyme.

For a potential Master’s project that deals with visual systems, visual rhymes, and alternative forms of communication, this feels very relevant. Die Odyssee reminded me that sometimes understanding doesn’t come from clarity but from immersion  from trusting emotion and intuition.

Links

https://www.thalia-theater.de/de/stuecke/die-odyssee/192

https://nachtkritik.de/nachtkritiken/deutschland/hamburg-schleswig-holstein/hamburg/thalia-theater-hamburg/die-odyssee-antu-romero-nunes-entfesselt-auf-seiner-irrfahrt-nach-homer-allen-theaterzauber-auf-einmal

http://theaterpur.net/theater/schauspiel/2018/04/hamburh-bochum-odyssee.html

LS3 #7 Graphic Wit is Lit

Einer der Gründe, warum ich mich jetzt auf Reime im visuellen Design fokussiere, ist, dass ich oft den Humoraspekt in verschiedenen Design Medien vermisse. Und mit Reimen kann man da schnell mal ein bisschen Witz in etwas reinbringen, ohne den Inhalt dabei zu vergessen. Außerdem ist es ja auch klar, dass einem witzige Dinge bzw. Designs länger im Kopf bleiben als Neutrale (King, 2016). Daher gehts jetzt in diesem Post mal um Humor und Witz im Kommunikationsdesign.

Ich habe dazu eine sehr spannende Masterarbeit von 2025 gefunden (Also wirklich cool, ich hatte auf einmal Lust, die ganze Arbeit zu lesen? Hä?): A Case for Humour-Centred Design: Malentanglement, and (Mis)Understanding Humour and Laughter as Responses to Design and Design Innovation.

Hier wird nämlich erklärt, dass es basierend auf Humor im Design noch einige Forschungslücken gibt. Sie besagt, dass „Designer zwar ein klares Verständnis von Humor aufweisen, dieses Verständnis jedoch meist relativ eng gefasst ist. Damit ist gemeint, dass sich ihre Auffassung vor allem auf die Materialisierung von Witzen für rein kommerzielle Zwecke konzentriert, […] anstatt aus der Einsicht heraus zu entstehen, dass Humor ein bedeutsames und einflussreiches menschliches Phänomen ist, das Design und Designer auf subtile und komplexe Weise prägt“ (Humphries, 2025).

Die Forschungsfrage How might humour and laughter, as responses to design and design innovation, be better understood by design?, welche dann nochmal in drei simple Unterfragen aufgelöst sind: How is design understood? / how has design been understood?; How is humour understood? / how has humour been understood?; Why is this important? / How might understandings of humour benefit design? Schaffen eine klare Operationalisierung für das Thema und lassen gleichzeitig Spielraum für Antworten.

In der Arbeit werden dann verschieden Beispiele für Humor im Design vorgestellt und gleichzeitig eine klare Linie zwischen „laughed at“ und „laughed with“ Designs gezogen – Finding Funny Things and Finding Things Funny.

Beispiel Laughed At:

Ein bekanntes Beispiel ist ein Bleistift aus den späten 1990er-Jahren vom ‚Bureau for At-Risk Youth‘ in New York. Er sollte mit dem Anti-Drogen-Slogan ‚Too cool to do drugs‘ werben. Durch das Anspitzen verkürzt sich der Text jedoch schrittweise zu ‚Cool to do drugs‘, dann ‚Do drugs‘ und schließlich nur noch ‚drugs‘ – wodurch die eigentliche Botschaft unbeabsichtigt ins Gegenteil verkehrt wird.

Beispiel Laughed With:

Shrigleys ‚Heroin and Cocaine‘ Salz/ Pfeffer Streuer sind als bewusster, absurder Wortwitz konzipiert. Der Humor richtet sich gegen niemanden, sondern entsteht aus der spielerischen Irritation. Man lacht mit dem Design, nicht über etwas.

Die Ergebnisse?

Die Ergebnisse der Thesis zeigen, dass Humor und Lachen im Design häufig missverstanden werden. Statt sie als Zeichen von Scheitern oder Lächerlichkeit zu deuten, können sie als Hinweise auf Irritation, Brüche oder ungewohnte Verknüpfungen gelesen werden – also genau dort, wo Innovation entsteht. Mit dem Konzept der ‚malentanglement‘ beschreibt der Autor, dass Designs dann Lachen auslösen, wenn sie nicht ganz ‚passen‘ oder Erwartungen bewusst unterlaufen. Dieses Unbehagen oder diese Inkongruenz wird jedoch nicht als Problem, sondern als produktives Signal verstanden. Humor wird damit zu einer legitimen Gestaltungsstrategie und Lachen zu einem Indikator dafür, dass Design Aufmerksamkeit erzeugt, Denkweisen verschiebt und neue Perspektiven eröffnet (Humphries, 2025).

Kritik an Humor im Design

Humor in Design zu verwenden ist natürlich nicht immer eine gute Idee. Bei manchen Themen die z.B. politisch oder gesellschaftlich relevant sind, ist es manchmal schwierig, die Grenze zu finden und darauf zu achten, dass keine Verharmlosung ernster Themen, Oberflächlichkeit oder mangelnde Ernsthaftigkeit geschaffen wird. Gerade bei Satire oder Provokation ist die Linie sehr schwammig und teils subjektiv, ob Grenzen überschritten werden oder nicht.

Literaturverzeichnis

Humphries, T. (2025). A Case for Humour-Centred Design: Malentanglement, and (Mis)Understanding Humour and Laughter as Responses to Design and Design Innovation. (Version 1). Cardiff Metropolitan University. https://doi.org/10.25401/cardiffmet.28302338.v1

King, L. (2016, April 6). How wit and humour make for strong graphic design ideas. It’s Nice That. https://www.itsnicethat.com/articles/the-graphic-design-ideas-book-wit-and-humour-060416

Wiese, M. (2021). Satire als Methode im Kontext des spekulativen Designs. SpecLog. https://speclog.xyz/posts/satire-als-methode

LS Impulse #7 Book: Milk & Honey

For this impulse post, I looked at a book that has been around for some years (2014) but is still one of the pioneers for modern poetry: Milk and Honey by Rupi Kaur. Even though it is not a lecture, exhibition, or event in the classical sense, I see it as an important “media impulse” because it strongly influenced how I think about the relationship between text, emotion, and visual form. See my other Blogpost #6 where I analysed Instapoetry 🙂

Milk and Honey is a collection of short poems and illustrations that deal with themes such as love, trauma, migration, femininity, abuse, healing, and self-empowerment. The poems are extremely minimal and often only a few lines long, written in lowercase, with very simple language and almost no punctuation. Many pages combine text with small line drawings. The aesthetic is raw and direct, almost like notes from a diary.

At first glance, the poems seem almost too simple. They don’t follow traditional poetic structures or complex metaphors. But while reading, I realized that this simplicity is exactly what makes them powerful. The short lines create a strong rhythm. Breaks, spacing, and repetition function almost like breathing. Instead of literary complexity, the poems rely on emotional clarity.

What struck me most is how carefully the relationship between text and space is designed. Each page feels like a small poster or a micro-composition. The white space is just as important as the words themselves. Sometimes a single sentence sits alone on the page, which forces you to slow down and really confront it. It reminded me less of a “book” and more of a sequence of visual statements.

In that sense, reading Milk and Honey felt very close to experiencing graphic design. The poems don’t only communicate through language but they communicate through layout, scale, rhythm, and reduction.

Another interesting aspect is the accessibility of the work. Kaur’s poetry reached a huge audience, especially young women and Finta* readers, mainly through Instagram or tumblr in the beginning. The poems were made to be shared digitally as images. This blurs the line between literature and visual communication. They function almost like typographic posters or social media graphics rather than traditional poetry. The format itself became part of the message.

What does this have to do with communication design?

For me, the book shows how strongly emotion can be shaped by visual decisions. The same text in a dense paragraph would probably feel heavy or dramatic. But isolated on a white page, it feels intimate and personal. The design creates the tone.

It also made me think about reduction as a strategy. In communication design, we often try to add information, layers, or complexity. Kaur does the opposite: she removes everything that is not essential. This minimal approach creates clarity and makes the message more memorable.

Additionally, there is something rhythmic about her writing style. Even without obvious rhyme schemes, the repetition of sentence structures, pauses, and short lines creates a poetic cadence. It made me reflect again on how rhythm and pattern can guide perception in language and in visuals.

Relevance for my Master’s thesis

Since I’m currently exploring the idea of rhyme, repetition, and recognition in visual design, Milk and Honey feels surprisingly relevant. It shows how text can become image and how language can function spatially.

For my Master’s research, this raises questions like:
How can typography create rhythm similar to poetry or rap?
Can repetition, spacing, or minimal compositions act as a form of “visual rhyme”?
How can emotional content be communicated through subtle, reduced design rather than loud statements?

Kaur’s work demonstrates that small, quiet forms of expression can still have a huge cultural impact. This connects strongly to my interest in subtle protest, everyday feminism, and intimate forms of communication design. In that sense, Milk and Honey is not only a poetry book but also a lesson in how powerful minimal visual language can be and work.

Links

https://rupikaur.com/

https://www.andrewsmcmeel.com/book/milk-and-honey/

https://www.deutschlandfunkkultur.de/instagram-poesie-wie-junge-menschen-an-lyrik-herangefuehrt-100.html#:~:text=Unter%20Hashtags%20wie%20%23PoetsOfInstagram%20oder%20%23InstaPoetry%20posten,hat%2C%20wie%20der%20Verleger%20Jo%20Frank%20berichtet.

    LS3 #6 Instapoesie und Rupi Kaur

    Ich werde in diesem Blogpost nochmal auf die Lyrik selbst, also Gedichte eingehen. Für mich war das nämlich lange Zeit ein veraltetes Konzept, irgendwelche altbackenen Gedichte, die man in der Schule auswendig lernen sollte und danach nie wieder gebraucht hat & sich auch nicht damit identifizieren konnte. Eine Studie (Nissen, 2001) zeigt, dass vor allem Schüler:innen in der Schule selten mit Lyrik konfrontiert werden, mit welche sie etwas anfangen können. Der Artikel nennt diese Situation “Lyrik-Verprelltheit”. Es gibt aber natürlich vor allem durch Musik wie Rap und Hiphop trotzdem den Zugang zu Reimen in der heutigen Zeit, aber eben auch nur durch pure Poesie?

    Instapoesie

    Das Schlagwort “Instapoesie” kann dies vielleicht beantworten. Das Wort ist eine Kombination von “Instagram” und “Poesie” und beschreibt, vereinfacht gesagt, Lyrik, Gedichte und Poesie, die auf Instagram veröffentlicht werden (Rue, 2019). Er entstand ca. 2010 auf Tumblr und Instagram und kann durch verschiedene Attribute charakterisiert werden (deutschlandfunkkultur.de, 2020). Oft sind es wenige Zeilen, oft 3-4, welche in einer aesthetischen Komposition zu Bild oder Illustartion stehen, typografisch spannend angeordnet sind und relevante emotionale Themen wie Liebe, Einsamkeit, Wachstum, Eigenwahrnehmung, Verbindung etc sprechen und so viele junge Menschen des digitalen Zeitalters ansprechen (Frey, 2022).  

    Wer ist Rupi Kaur

    Im Kontext Instapoesie würde ich gerne einmal auf Rupi Kaur zu sprechen kommen. Rupi Kaur ist eine indisch-kanadische Schriftstellerin, Autorin und Schriftstellerin und ist als “Pioneerin” der Instapoesie bekannt. Ihr bekanntestes Werk/Buch “Milk and Honey” von 2014 wurde Millionen Mal verkauft und stand über ein Jahr auf der Bestsellerliste der “New York Times” (Fuchs, 2022). Indem sie sich auf Herzschmerz, Trauma, Depression, Familie, Heilung, Liebe und Diaspora konzentriert, rekonstruiert Kaur nicht nur ihr eigenes ‚Selbst‘, sondern auch die Identitäten von Milliarden von Frauen (Jahan, 2022).

    Die visuelle Gestaltung ihrer Texte ist häufig sehr ähnlich strukturiert – links ausgerichtet, kleingeschrieben, ihr Name am Ende platziert, im Flattersatz gesetzt, mit einer Illustration in der rechten unteren Ecke, gezeichnet mit dünnen Linien, die das Gesagte in einer abstrakten und zugleich direkten Übersetzung der Worte visualisiert. Basierend auf einer Studie liegt die Bedeutung hinter den kleingeschriebenen Wörtern, dass Kaur eine Atmosphäre von Intimität und Vulnerabilität schaffen möchte. Außerdem nutzt Sie nur minimal bis kaum Punktierungen, um einen leichten Lesefluss und einen Sinn von Kontinuierlichkeit zu schaffen (Rahmah et al., 2024).

    Warum relevant für mein Thema

    Warum recherchiere ich das überhaupt? Bei Instapoetry spielt die Gestaltung der Poesie eben eine sehr große Rolle und ist auch (These) einer der Gründe, warum es so ein Trend geworden ist. Es ist ästhetisch, tiefgreifend und bedeutsam, sodass sich viele Menschen daran festhalten können. Es ist greifbar und gleichzeitig so abstrakt.

    Dabei wird Gestaltung selbst zum Bedeutungsträger. Instapoetry funktioniert nicht allein über Sprache, sondern über ein bewusst eingesetztes visuelles Statement, das die Aussage der Verse zuspitzt und emotional verstärkt. Großzügige Weißräume isolieren einzelne Wörter oder Zeilen und verleihen ihnen dadurch mehr Gewicht und Dringlichkeit. Die reduzierte, oft an Schreibmaschinentypografie erinnernde Setzung erzeugt zudem eine nostalgische, beinahe haptische Qualität, als würde man ein physisches Buch lesen statt durch einen Social Media Feed zu scrollen. Text und Bild verschmelzen so zu einer Einheit und minimalistische Illustrationen oder grafische Elemente übersetzen Wort in etwas Visuelles. Ergänzt durch rhetorische Figuren entsteht eine hybride Form zwischen Lyrik, Grafikdesign und visuellem Erzählen (Frey, 2022). Genau dieses Zusammenspiel von formaler Gestaltung und inhaltlicher Aussage macht Instapoesie für mein Thema relevant und sehr interessant, da hier besonders deutlich wird, wie stark ästhetische Mittel Bedeutung nicht nur transportieren sondern aktiv mitformen und verstärken.

    Literaturverzeichnis

    deutschlandfunkkultur.de. (2020, August 11). Instagram-Poesie – Wie junge Menschen an Lyrik herangeführt werden. Deutschlandfunk Kultur. https://www.deutschlandfunkkultur.de/instagram-poesie-wie-junge-menschen-an-lyrik-herangefuehrt-100.html

    Frey, A. (2022). Instapoesie – Die Wortkünstler unserer Zeit – Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Iris Hermann). Uni-Bamberg.de. https://www.uni-bamberg.de/germ-lit3/projekte-von-studierenden/lyrikprojekt/instapoesie-die-wortkuenstler-unserer-zeit/

    Fuchs, K. (2022, October 10). Rupi Kaur: Über die Dichterin, die sich nicht den Mund verbietet. Vogue Germany. https://www.vogue.de/kultur/artikel/rupi-kaur-healing-through-words

    Jahan, N. (2022). Reconstructing the Self in on/Offline: Decolonial aestheSis in the design poems of Rupi Kaur. https://baust.edu.bd/journal/wp-content/uploads/sites/31/2024/01/V2S1_PAPER6.pdf

    Nissen, C. (2001). Schülerorientierter Lyrikunterricht. https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dissertation_derivate_00000570/d570.pdf?utm_source=chatgpt.com

    Paul. (2019, May 21). “Poetry’s Beyoncé” – Axon Journal. Axon Journal. https://axonjournal.com.au/issues/9-1/poetrys-beyonce-rupi-kaur-and-commodifying-effects-instapoetics/

    Rahmah, M., Meidasari, V. E., & Said, M. (2024). Stylistic Analysis of Instagram Poem by Rupi Kaur. INTERNATIONAL JOURNAL of MULTIDISCIPLINARY RESEARCH and ANALYSIS, 07(06). https://doi.org/10.47191/ijmra/v7-i06-17

    Rue, J. M. (2019). The Future of Poetry in the Digital Era – Instapoetry and Remediation. Studenttheses.uu.nl. https://studenttheses.uu.nl/handle/20.500.12932/34284

    LS3 #5 Werbung bleibt so in Erinnerung

    Sprachlich krasse Werbungen! Let’s gooo

    Reime sind eines der wertvollsten Stilmittel in der Werbung, das habe ich ja schon im letzten Blogpost etwas angeschnitten. Warum ist das eigentlich so?  

    Rhyme as Reason Effekt

    Reime sind nicht nur witzig oder dumm oder poetisch, sie haben bestimmte Wirkungen, unterschiedlich natürlich basierend auf dem Kontext, ob sprachlich oder visuell und wie sie dargestellt bzw. rübergebracht werden.

    Der rhyme-as-reason Effekt ist ein „cognitive bias“, bestätigt diese Wirkung und besagt, dass der Wahrheitsgehalt einer Aussage von Menschen eher als qualitativ hochwertig und glaubhaft beurteilt werden, wenn die Grundlage der ästhetischen Qualität gegeben ist (Tofighbakhsh & McGlone, 2000). Daher werden diese oft in der Werbung verwendet; Menschen glauben der Aussage mehr, sie erinnern sich stärker daran und werden so besser beeinflusst (Rhyme, 2025).

    Der Effekt basiert auf einer Studie von 2000, in welcher Wissenschaftler die Teilnehmenden verschiedene Aphorismen mit gleicher semantischer Bedeutung dargelegt bekamen, manche gereimt und andere nicht. Die Teilnehmenden sollten dann die Richtigkeit der verschiedenen aussagen beurteilen. Die Ergebnisse zeigten klar, dass die gereimten Aussagen kontinuierlich als korrekter beurteilt wurden (Tofighbakhsh & McGlone, 2000).

    Bekannte Werbeslogans

    Wenn ich selbst so darüber nachdenke, welche Werbeslogans ich kenne, fallen mir zu aller erst folgende ein:

    • Haribo macht Kinder froh, und Erwachsene ebenso
    • Carglass repariert, Carglass tauscht aus
    • Willst du viel, spül mit Pril
    • Bei Technikfragen Tech-Nick fragen

    Diese und noch viel mehr Slogans sind teilweise schon sehr alt und trotzdem bleiben sie im Kopf hängen. Der erste Teil von “Haribo macht Kinder froh” stammt aus z.B. den 1930ern (ca. 1935) von Gründer Hans Riegel sen., der Zusatz “…und Erwachsene ebenso” wurde 1962 ergänzt, um die Zielgruppe zu erweitern (Haribo, 2026). Carglass besitzt seinen Slogan seit 2009 und hat durch den bekannten Radio SingSang dazu eine ganze Memewelle geschaffen (Dowideit, 2012).

    Sixt als Beispiel für Provokation und Wortwitz

    Ein Beispiel, welches ich hier einmal hervorheben möchte ist Sixt, die Autovermietung.

    Sixt selbst sagt über sich: “Die SIXT Autovermietung ist bekannt und berüchtigt für ihre ausgefallene und humorvolle Werbung – und das in jeder Spielart. Von gigantischen Flughafeninstallationen über aufsehenerregende Printanzeigen bis hin zu markanten Online-Werbungen sorgt SIXT regelmäßig über alle Kanäle hinweg für großes Staunen” (Sixt, 2021).

    Sixt ist immer vorne dabei, was aktuelle politische oder soziale Neuigkeiten angeht und nutzt diese aus um exakt dort provokant anzusetzen und es für ihre Werbung zu nutzen. So erreichen sie eine besonders grße Zielgruppe, egal ob diese das Thema unterstützden oder nicht, da es sowieso ins Lächerliche gezogen wird (Mühlberg, 2025).

    Literaturverzeichnis

    Dowideit, A. (2012, July 11). Steinschlagschaden: Die Angst vor dem teuren „Krracks“. DIE WELT; WELT. https://www.welt.de/wirtschaft/article108264548/Steinschlagschaden-Die-Angst-vor-dem-teuren-Krracks.html

    Haribo. (2026). HARIBO Geschichte – Der Süßwarenkonzern seit 1920. HARIBO. https://www.haribo.com/de-at/ueber-uns/geschichte

    McGlone, M. S., & Tofighbakhsh, J. (2000). Birds of a Feather Flock Conjointly (?): Rhyme as Reason in Aphorisms. Psychological Science, 11(5), 424–428. https://doi.org/10.1111/1467-9280.00282

    Mühlberg, M. (2025, July 30). Sixt und die Meme-Kultur: Wie viel bringt provokante Online-Werbung? Absatzwirtschaft. https://www.absatzwirtschaft.de/sixt-und-die-meme-kultur-wie-viel-bringt-provokante-online-werbung-274302/

    Rhyme. (2025). Rhyme As Reason Effect. Newristics. https://newristics.com/heuristics-biases/rhyme-as-reason-effect

    Sixt. (2021). SIXT Werbung | Motive & Kampagnen. Sixt.de. https://www.sixt.de/mietwagenleitfaden/werbung/

    LS3 #4 Reimformen mit oder ohne Normen?

    Da ich ja gerade bei den Grundlagen der Reime bin, gibts jetzt hier einmal eine Darstellung verschiedener Differenzierungen, da gibt es nämlich einige.

    Reime nach ihrer Position im Vers

    Diese Gruppe beschreibt, wo im Vers die Übereinstimmung stattfindet.

    • Endreim: Der Klassiker am Ende des Verses.
    • Binnenreim: Zwei oder mehr Wörter reimen sich innerhalb eines einzelnen Verses.
    • Anfangsreim: Die ersten Wörter aufeinanderfolgender Verse reimen sich.
    • Stabreim (Alliteration): Gleichheit der Anlaute (z. B. „bei Wind und Wetter“). Historisch die wichtigste Form in der germanischen Dichtung (Edda).
    • Pausenreim: Das letzte Wort eines Verses reimt sich auf das erste Wort des folgenden Verses.

    Reime nach ihrer Klangqualität/ phonologische Struktur

    Diese Kategorie beschriebt wie „perfekt“ der Reim für die Ohren klingt.

    • Reiner Reim: Die Lautfolge ab dem letzten betonten Vokal ist identisch (z. B. Herz / Schmerz).
    • Unreiner Reim: Der Klang ist ähnlich, aber nicht identisch, oft durch Umlaute oder leicht variierende Vokale (z. B. Liebe / Trübe).
    • Erweiterter Reim: Hier ist nicht nur die Endsilbe gleich, sondern auch der Konsonant direkt vor dem betonten Vokal stimmt überein (z. B. Grauen / grauen).
    • Reicher Reim: Dieser Begriff wird oft verwendet, wenn sich zwei oder mehr ganze Silben reimen (z. B. Wanderer / Anderer). Je mehr Silben identisch sind, desto „reicher“ wirkt der Klang.

    Reime nach Betonung und Rhythmus/ Silbenzahl/ Reimgeschlecht

    Diese Kategorie ist entscheidend für den Rhythmus und das Tempo des Gedichts.

    • Männlich (stumpf): Der Reim endet auf einer betonten Silbe (z. B. Flut / Gut).
    • Weiblich (klingend): Eine betonte Silbe folgt auf eine unbetonte (z. B. singen / klingen).
    • Gleitend (reich): Eine betonte Silbe folgt auf zwei unbetonte (z. B. singende / klingende).

    Reime nach morphologisch-lexikalischen Besonderheiten

    In dieser Kategorie finden sich spielerische Reime und oft technisch Anspruchsvolles

    • Gespaltener Reim: Ein Wort reimt sich auf eine Kombination aus mehreren Wörtern (z. B. „gingen“ auf „in Gen“).
    • Gebrochener Reim: Ein Wort wird am Versende getrennt, um den Reim zu erzwingen (oft humoristisch).
    • Augenreim: Die Wörter sehen geschrieben gleich aus, klingen aber anders (z. B. frz. „mont“ und „pont“, im Deutschen seltener).
    • Grammatischer Reim: Wörter reimen sich aufgrund identischer Flexionsendungen (z. B. lachte / dachte).
    • Vexierreim: Ein erwartetes Reimwort wird durch ein anderes ersetzt, das den Sinn überraschend verändert.

    Reimfolgen

    Das sind die Muster, nach denen die Endreime über mehrere Verse hinweg angeordnet sind.

    FormSchemaKurzerklärung
    Paarreimaa bbEinfach und direkt, oft in Volksliedern.
    KreuzreimababKlassisch, wechselhaft und harmonisch.
    Umarmender ReimabbaErzeugt eine geschlossene Einheit.
    HaufenreimaaaaAlle Verse einer Strophe reimen sich auf denselben Laut.
    SchweifreimaabccbEine Kombination aus Paarreim und einem “Schweif”.
    Verschränkter ReimabcabcDie Reime greifen über drei Verse hinweg ineinander.
    Kettenreimaba bcbBekannt durch Dantes Göttliche Komödie (Terzine).
    LimerickaabbaEine feste fünfzeilige Form, meist humorvoll.

    Literaturverzeichnis

    Benedikt Jeßing, & Köhnen, R. (2017). Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft. In J.B. Metzler eBooks. J.B. Metzler. https://doi.org/10.1007/978-3-476-04494-5

    Google. (2024). Gemini (Version 1.5 Flash) [Großes Sprachmodell]. https://gemini.google.com/
    J Metzler’sche Verlagsbuchhandlung, & Poeschel, C. (2007). Metzler Lexikon Literatur. In J.B. Metzler eBooks. J.B. Metzler. https://doi.org/10.1007/978-3-476-05000-7

    LS Impulse #6 Musichouse Cypher

    On every first Wednesday of the month, the MusicHouse in Graz hosts an open cypher night a very simple powerful and so cool format: there is a microphone, a beat, and whoever feels like it can step up and rap. No tickets or hierarchy, and def no pressure to be professional. You can have years of experience or be on stage for the first time. You just take the mic and start.

    I have attended several of these evenings by now, and every time I leave feeling unusually inspired and energized. The atmosphere is raw and spontaneous. Sometimes people perform full verses or prepared tracks, sometimes it turns into playful battles, sometimes it’s just four lines that exist only in that moment and then disappear again. There are always a few experienced regulars who carry the rhythm of the night, but there are also new people each time trying out their voice in public for the first time.

    What fascinates me most is how much creativity emerges purely from impulse. There is no overthinking, no polishing, no design process in the classical sense. It’s immediate expression. People react to each other’s lines, pick up words, echo sounds, or build on themes that were mentioned minutes earlier. Language becomes something fluid and collective. It feels less like individual performance and more like a shared system of call and response.

    Because these spaces are often still male-dominated, I also joined a Flinta* workshop connected to the cypher. The idea was to create a safer and more supportive environment to experiment with rap and freestyle. During the workshop, we focused on rhyme schemes, multisyllabic rhymes, and even just “sound rhyming” without meaning at first playing with phonetics rather than semantics. We tried to stack syllables, repeat patterns, and gradually move from abstract sounds to actual words. In the end, we also practiced freestyling on the microphone, which felt vulnerable but surprisingly freeing.

    This experience made me realize how much rap is about rhythm, structure, and pattern recognition. Even when the content is improvised, there is an underlying framework that holds everything together. Rhyme becomes both a safety net and a playground: it guides you, but it also pushes you to invent new connections.

    What does this have to do with communication design?

    Although this event seems purely musical at first, I kept thinking about it in terms of design. A cypher is basically a designed communication space. It sets a few simple rules like having a circle, a beat and an open mic and within that framework, people create meaning together. It’s participatory, low-threshold, and highly interactive. In a way, it functions similarly to workshops or co-creation formats in design practice.

    More importantly, the way rhymes work in rap feels very close to visual systems. Rhymes create repetition, expectation, and recognition. When a pattern repeats or slightly changes, it produces satisfaction or surprise. These are the same principles we use in layout, typography, or image sequences. It made me wonder if rhyme is not only an auditory phenomenon but a structural one that could also exist visually.

    Relevance for my Master’s thesis

    Since I am now focusing on the idea of rhyme in visual design for my masters topic, the cypher feels directly connected to it. Experimenting with multisyllabic and mosaic rhymes in the workshop helped me understand rhyme as something physical and rhythmic rather than purely linguistic. It made me more sensitive to patterns, echoes, and variations.

    For my research, this raises questions like:
    How could “visual rhymes” function similarly to sound rhymes? Can repeating shapes, colours, or compositions create a comparable sense of flow and recognition? And could these rhythmic structures make visual communication especially in activist or participatory contexts more engaging or memorable?

    The MusicHouse Cypher reminded me that creativity doesn’t always come from perfect planning. Sometimes it emerges from constraints, repetition, and improvisation. For me, this feels like an exciting methodology for design research as well: testing, reacting, iterating in real time.

    In that sense, the cypher is not only a music event but also an experimental lab for language, structure, and collective expression and therefore an unexpected but very relevant impulse for my design practice.

    Maybe one day i will also have the courage to go up there hehe