Masterarbeit-Thema und Überlegungen im Detail (Blogpost 3)

Beim schreiben meines Expose’s habe ich mich intensiver mit den Aspekten auseinander gesetzt die ich in der Masterarbeit behandeln möchte und möchte diese in einer etwas ausführlicheren (und deutschen) Version hier im Blog teilen.

Arbeitstitel: Beyond Characters: Alternative Narrative Strategien im Motion Design
Untertitel:
„Character – Warum Marken- und Erklärvideos neue narrative Strategien brauchen“ 

1. Problem (Starting Point, Problem Description)

Character-basierte Erzählweisen dominieren das Motion Design in der Branche, besonders im Bereich der Markenkommunikation und Erklärvideos kleiner und mittelständischer Unternehmen – und das obwohl es zunehmend komplexere, abstraktere oder systembasierte Kommunikationsziele werden. Dennoch fordern viele Unternehmen weiterhin klassische Erklärfilme und Videos mit Figuren, Maskottchen und Co. Video-Content wird dort häufig entweder als Realfilm oder als Character-basiertes Erklärformat gedacht. Dadurch wissen viele Kund:innen nicht, dass Markenbotschaften auch durch eine starke Motion Identity, durch Motion Graphics, Typografie oder abstrakte visuelle Systeme vermittelt werden können, die ganz ohne Figuren oder „Maskottchen“ auskommen.
Vielen mittelständischen Unternehmen fehlt meinem Ansatz zufolge das Wissen über versch. Ansätze für animierte Markenkommunikation und „Character basierte Erzählweisen“ sind oft das einzige dass sie sich vorstellen können.

Diese eingeschränkte Vorstellung erzeugt mehrere praktische Probleme: Videos, die ihr Publikum nicht wirklich erreichen, dramaturgisch schwache oder vorhersehbare Erzählstrukturen, generische visuelle Ästhetiken (z. B. austauschbare Flat-2D- oder trendige Character-Stile) sowie eine deutliche Reduktion der wahrgenommenen Möglichkeiten von Animation im Branding. In manchen Fällen wird Animation als Medium sogar komplett ausgeschlossen, weil Charaktere als unpassend zur Marke wahrgenommen werden – obwohl eine non-character-basierte Lösung ideal wäre.

Ob meine Vermutung stimmt und was die tatsächlichen Gründe dafür sind, warum Unternehmen so häufig auf Character Animation setzen, wird im Rahmen dieser Arbeit weiter erforscht. Gewohnheit, mangelndes Wissen über alternative Motion-Ansätze oder Trends könnten eben mögliche Faktoren sein. Ein zentraler Teil dieser Arbeit ist daher, diese Entscheidungslogiken besser zu verstehen, die Probleme charakterbasierter Ansätze zu untersuchen und herauszufinden, in welchen Fällen non-character Strategien passendere und effektivere Alternativen bieten.

2. Stand der Forschung

Themenbereiche die ich hier recherchieren möchte sind folgende:

  • historische Nutzung von Charakteren in Werbung & Animation
  • psychologische Begründungen (Anthropomorphismus, Identifikation)
  • Marketing-Mechanismen (Brand Recall, Emotionalisierung)
  • kritische Perspektiven (z. B. „Mascot Fatigue“, Kritik an generischen 3D/Flat-Stilen)
  • Forschung zu non-character Storytelling, Motion Grammar, Form-based Narratives

Es existiert umfangreiche Forschung zu visuellem Storytelling, Wahrnehmung und Animation allgemein. Autor:innen aus verschiedenen Disziplinen untersuchen, wie visuelle Formen interpretiert werden, wie Bildsequenzen Bedeutung erzeugen und welche Rolle Software und digitale Medien in der heutigen visuellen Kommunikation spielen. Zu der einen oder anderen Quelle kommt im Laufe der nächsten Wochen bestimmt noch ein Blogpost.

Psychologische und kognitive Studien zeigen, dass Menschen selbst einfachen bewegten Formen Intentionalität und Emotion zuschreiben – narrative und emotionale Wirkung ist also keinesfalls auf Figuren beschränkt. Forschung im Bereich Branding und Motion Identity wiederum beleuchtet, wie Bewegung als Teil einer visuellen Markenidentität funktionieren kann.

Dennoch gibt es Forschungslücken, die ich behandeln will

  • Eine systematische Analyse, wann Character-basierte Narrative in Branding- und Erklärvideo-Kontexten schwach oder kontraproduktiv sind.
  • Bestehende Literatur vergleicht Character-basierte Narrationen kaum direkt mit non-character Systemen wie typografischer, formbasierter oder rhythmischer Kommunikation.
  • Konzepte wie „Motion Grammar“ und formbasiertes Storytelling werden selten praxisnah operationalisiert und kaum im Branding-Kontext getestet.

Diese Arbeit knüpft an die vorhandene Forschung an, setzt jedoch einen klaren Fokus auf alternative narrative Strukturen im non-character Motion Design und untersucht deren Potenziale sowie deren Grenzen im direkten Vergleich zu Character-basierten Ansätzen.

Autor:innen und Papers die ich bisher gefunden habe oder die ich noch genauer recherchieren werde:

Arnheim, R. (1974). Art and visual perception: A psychology of the creative eye. University of California Press.

Blazer, L. (2020). Animated storytelling: Simple steps for creating animation and motion graphics (2nd ed.). Peachpit Press. https://permalink.obvsg.at/AC16663659

Kim, J., & Lee, S. (2021). Motion as identity: Exploring dynamic branding in digital media. In Proceedings of the 6th International Conference on Arts, Design and Contemporary Education (ICADCE 2020) (pp. 678–683). Atlantis Press. https://doi.org/10.2991/assehr.k.210106.132

Manovich, L. (2013). Software takes command: Extending the language of new media. Bloomsbury. https://search-fhj.obvsg.at/permalink/f/1a6sh9s/FHJ_alma5114293650004526

Sweet, F. (1999). Frog: Form follows emotion. Thames and Hudson. https://permalink.obvsg.at/AC03426968

Heider and Simmel (1944) animation
+ The perceived intentionality of groups: Author: Paul Bloom Csaba Veres
https://doi.org/10.1016/S0010-0277(99)00014-1

Weitere: 

  1. Scott McCloud (Visual Narration)
  2. Donald Norman (Emotional Design)
  3. Barbara Tversky (Cognition / Diagrammatical Thinking)
  4. Motion Design Theory (Lupton, Betancourt etc.)


3. Forschungsfrage

Hauptfrage:
Wie können Marken- und Erklärvideos im Motion Design mithilfe non-character narrativer Strategien klarer, wirksamer und markenspezifischer kommunizieren als mit klassischen Character-basierten Animationen?

„Unterfragen”:

  • In welchen historischen und praktischen Kontexten wurde Character-basierte Animation dominant?
  • In welchen Anwendungsfällen zeigt diese Erzählform heute Schwächen (z. B. Redundanz, „Character Fatigue“, fehlender Markenfit)?
  • Welche alternativen narrativen Strukturen existieren im non-character Motion Design und wie lassen sie sich systematisch beschreiben?
  • Wie wirkt dieselbe Botschaft, wenn sie einmal charakterbasiert und einmal non-character erzählt wird – hinsichtlich Klarheit, Engagement und Markenpassung?
  • Welche Rolle spielen Erwartungen, Gewohnheiten und Trendwahrnehmungen von Kund:innen bei der Bevorzugung von Character Animation?

Ich möchte „the rise of character animation“ und „wann/wo/wie character Animation gut eingesetzt funktioniert“ anreißen, aber Fokus darauf legen, raus zu finden „Welche Schwäche Character Animation” hat und vor allem „alternative Strukturen“ zu finden (Forschung zu non-character Storytelling, Motion Grammar, Form-based Narratives) und hier herausfinden welche Ansätze wann/wie/wo gut funktionieren.


4. Hypothese / Zielsetzung

Gedanken: Ich weiß bereits, dass es Bereiche gibt in denen Character-basierte Erzählstrukturen immer noch super funktionieren. Ich will für jene Fälle Alternativen finden, in denen Charcater-Animation schwach ist und hier die Wirksamkeit non-character testen. Am Ende will ich zumindest ein Video in dem Non-character-Animation ein Produkt/service/… zeigt/bewirbt/… und ev. mit einem Character Gegenbeispiel arbeiten.

Hypothese:
Obwohl Character-basiertes Storytelling historisch und psychologisch stark verankert ist, ist es nicht in allen Fällen die wirkungsvollste narrative Methode für zeitgenössische Markenkommunikation und Erklärvideos. In vielen Szenarien können non-character Strategien – basierend auf Typografie, Form, Rhythmus, Motion Systemen und abstrakten visuellen Metaphern – klarer, flexibler und markenspezifischer kommunizieren.

Ziele:

  • Identifikation von Fällen, in denen Character Animation narrativ oder ästhetisch schwach ist.
  • Erforschung und Systematisierung alternativer non-character narrativer Strategien (z. B. Motion Grammar, formbasiertes Storytelling, systembasierte Kommunikation).
  • Produktion eines animierten Vergleichspaars:
    1. characterbasierte Version
    2. non-character Motion-Graphics-Version derselben Botschaft
  • (Optional) Vergleichende Untersuchung der Wahrnehmung beider Varianten durch Testpersonen.
  • Entwicklung eines praxisorientierten Frameworks bzw. Tools zur Kommunikation dieser Ergebnisse gegenüber Kund:innen.


5. Theoriebezug

Die Arbeit stützt sich auf folgende theoretische Ansätze:

  • Narratologie & visuelles Storytelling
  • Motion Grammar / Bewegung als Bedeutungsträger
  • Gestaltprinzipien & kognitive Visualisierungsforschung
  • Brand Identity, Dynamic Branding & Motion Identity
  • Anthropomorphismus & Intentionalität (selektiv, zur Kontextualisierung)

Die eigene Position ist design-theoretisch mit stark praktischer Ausrichtung: Character Animation ist ein wertvolles Werkzeug, aber derzeit überrepräsentiert. Die Arbeit plädiert für ein erweitertes Verständnis von Storytelling im Motion Design, in dem non-character Systeme als gleichwertige – und oft überlegene – Optionen anerkannt werden.


6. Methode

Die Arbeit nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz aus Theorie, Analyse und Praxis:

  1. Literaturrecherche
  2. Fallstudien & Vergleichsanalyse (Character vs. Non-Character)
  3. Experteninterviews (Motion Designer:innen, Brand Strategists)
  4. Design-Experiment – zwei Versionen derselben Botschaft
  5. (Optional) User Testing zu Klarheit, Engagement, Emotion und Markenfit
  6. Synthese & Framework-Entwicklung

Im Detail:

1.  Literature review

  •  Systematic review of literature on visual storytelling, animation, motion design, motion grammar, perception and brand identity
  • Identification of existing models that relate motion and narrative structure to communication goals.

2.  Case studies / analytical comparison

  • Selection of existing brand and explainer videos that use character-based storytelling.
  • Selection (or identification) of non-character motion design examples (typography-driven, form-based, system/identity-based).
  • Qualitative analysis focusing on clarity of message, aesthetic specificity, narrative structure and perceived brand fit.

3.  Expert interviews

  • Semi-structured interviews with motion designers, creative directors or brand strategists.
  • Topics: reasons for choosing character vs. non-character approaches, perceived strengths and weaknesses, client expectations and real-world constraints.
  • Evaluation via thematic coding and synthesis of recurring patterns.

4.  Design experiment / practice-based research

  • Concept development for a short explainer or brand-related message (e.g. introducing a service or product).
  • Creation of two animated versions:
    a) a character-based narrative solution,
    b) a non-character motion graphics solution (e.g. using typography, forms, rhythm, motion systems and abstract metaphor).
  • Potentially also further non-character variations (e.g. typography-only, form-only), depending on scope.
  • ALTERNATIVE: Ase an existing character-based narrative and translate it to a non-character motion graphics solution

5.  (Optional) User testing / evaluation

  • Recruitment of test participants from relevant or mixed target groups.
  • Presentation of the different video versions under comparable conditions.
  • Data collection via questionnaires and/or short interviews focusing on:
    • perceived clarity and understanding of the message
    • attention and engagement
    • emotional response
    • perceived fit with a hypothetical or existing brand
    • Qualitative and, where applicable, simple quantitative evaluation (e.g. rating scales).

6.  Synthesis and framework development

  • Integration of insights from literature, case analysis, expert interviews and user testing.
  • Formulation of a set of principles or a framework describing when and how non-character narrative strategies are particularly effective.
  • Translation of these findings into a practical “tool” or guideline that can be used in discussions with clients. 


7. Material

Vorhandene Materialien:

  • Fachliteratur
  • Beispiele aus Brand- und Erklärvideo-Praxis
  • Animationssoftware
  • potenzielle Interviewpartner:innen

Noch zu erheben:

  • Fallstudien-Korpus
  • Material zu Motion Identity & Motion Grammar
  • Teilnehmer:innen für Tests
  • Interview- & Testdaten


8. Idee für das Workpiece

Geplant ist eine Serie experimenteller Animationen:

  • eine charakterbasierte Version
  • eine oder mehrere non-character Versionen derselben Botschaft
  • optional: Übersetzung eines bestehenden Character-Videos in eine abstrakte Motion-Lösung

Das Workpiece dient sowohl der Untersuchung als auch als späteres Tool für Kund:innen.

9. Vorläufiger Aufbau

1.     Introduction
Background, motivation and relevance of the topic, Research gap and objectivesStructure of the thesis

2.     Problem and context: Character dominance in motion design

– Character-based explainer films and brand videos
– Client expectations and common industry practices
– Initial observations from practice

3.     Historical and theoretical foundations

– Short history of characters in animation and advertising
– Psychological foundations: anthropomorphism, identification, perceived intentionality
– Basics of visual storytelling and narrative in design

4.     Brand communication, motion identity and design systems

– Brand identity basics
– Dynamic branding and motion identity
– Motion as a component of visual brand systems

5.     Limits and weaknesses of character-based narratives in contemporary contexts

– Aesthetic redundancy and “character fatigue”
– Generic styles (e.g. flat 2D, corporate mascot trends)
– Mismatches between character styles and brand identity
– Cases where animation is not used because characters are perceived as unsuitable

6.     Alternative narrative systems in non-character storytelling
(Should be the central and detailed chapter… still unsure what exact content will be)

–      Concept of non-character communication in motion design
–      Motion grammar: timing, rhythm, transitions and system behaviour as meaning
–      Typographic storytelling and kinetic typography
–      Form-based and abstract narratives (shape, composition, colour, scale, rhythm)
–      System-based and grid-based motion identities
–      Emotional expression through form and movement without figurative characters‘
–      …
–      Synthesis: a preliminary framework of non-character narrative strategies

7.     Methodology

– Research design and rationale
– Literature review approach
– Case study selection and analytical criteria
– Expert interviews (design, sample, procedure)
– Design experiment and user testing (setup, indicators, limitations)

8.      Analysis and results

– Insights from case studies
– Summary of expert interviews
– Results of user testing (character vs. non-character versions)

9.      Development and discussion of the framework / tool

– Integration of findings into a practical model
– Description of the experimental workpiece
– Implications for practice and client communication

10.  Conclusion and outlook

Summary of key findings, Limitations of the study, Outlook for future research and practice in motion design. 

Thema! (Blogpost 2)

Neues Semester, neuer Ansatz! (Aber dieses Mal wirklich in Richtung Masterarbeit!)

Letztes Semester durfte ich mich im Rahmen dieses Blogs mit dem Thema Motion Identity beschäftigen, was durch glückliche Zufälle dazu geführt hat, dass der finale Blogpost mehr oder weniger auf der Electric-Love-Festival-Bühne vorgeführt wurde. (AAAAAAAaaaaaah!)

Doch das ist immer noch sehr weit von dem entfernt, was Masterarbeits-Recherche sein sollte. Deshalb ist die diesjährige Mission: Rechercheansätze, Themen erkunden, „schauen, was wird“ – aber unter der Klammer eines starken Themas!

Aber: „Was willst du denn zur Masterarbeit machen?“ ist eine schreckliche Frage, weshalb ich mich zunächst mit „Was willst du auf KEINEN FALL machen?“ beschäftigt habe:
– reine 3D-Projekte
– etwas Langweiliges
– irgendeinen halbstark animierten Film (siehe Bachelorarbeit), in dem im schlimmsten Fall noch ein 2D-Rig vorkommen muss

Und während ich gedanklich weiter zwischen „Was will ich?“ und „Was will ich nicht?“ hin- und hergeschwommen bin, fand die Creative Night Graz statt!
Und irgendwie fand dieser kleine Ick* beim Thema 2D-Character seinen Weg ins Gespräch mit einem Animationsstudio (siehe Impuls-Beitrag), und auf einmal war da eine Frage: „Warum muss denn überall so ein Character rein?“

(*Ein „Ick“ ist ein plötzliches Gefühl der Abneigung oder des Ekels gegenüber einer anderen Person oder einem Ding.)

Die Frage hat ihren Ursprung wohl darin gefunden, dass sich bei fast allen Erklärfilm-Aufträgen der Vergangenheit, in jedem Pitchdeck und jedem Kund:innen­gespräch zum Thema Animation ein 2D-Character einschleicht (und wenn auch nur für eine unnötige Sequenz – Hauptsache einmal FULL BODY von links nach rechts durchs Bild) – so auch bei den Kolleg:innen aus der Branche.

Und ich habe mich gefragt:
Muss das denn so sein?
Woher kommt die Besessenheit von Kund:innen mit den kleinen Figuren? Vor allem in der Animation?
Funktioniert es tatsächlich gut, oder liegt es vielmehr am fehlenden Vorstellungsvermögen für alternative Erzählstrukturen?
Wie kann ich es schaffen, meinen zukünftigen Kund:innen dahingehend die Augen zu öffnen?
Vielleicht … mit guten Praxisbeispielen?

Und so sind wir bei folgender erster, grober Themenstellung gelandet:


Arbeitstitel:

Beyond Characters: Alternative Narrative Strategien im Motion Design

„Character – Warum Marken- und Erklärvideos neue narrative Strategien brauchen“

Forschungsfokus: Ich möchte untersuchen, warum Figuren/Maskottchen im Motion Design so dominant wurden, aber heute oft nicht mehr die wirksamste erzählerische Lösung darstellen – besonders in Branding- und Erklärvideos.

Zentrale Recherche-Blöcke:

A. Analyse: Warum Charaktere im Motion Design so populär wurden

Eventuell folgende Themen recherchieren:

  • historische Entwicklung: von TV-Maschinenfiguren über Marketing-Maskottchen bis hin zu 2D/3D-Motion-Charactern
  • psychologische Grundlagen (Identifikation, Anthropomorphismus)
  • Marketing-Mechaniken: Wiedererkennung, Emotionalisierung
  • Plattform- und Content-Trends (YouTube-Erklärvideos, Social-Media-Mascots)

B. Analyse: Warum Charaktere heute oft als oberflächlich oder redundant empfunden werden
Eventuell folgende Themen recherchieren:

  • Markenästhetik wird vereinheitlicht
  • „Character Fatigue“
  • zu generische Character-Styles (Flat, 3D-Cute, Corporate Memphis)
  • Ablenkung vom Kerninhalt statt Klarheit
  • Expertenmeinungen (Interviews)
  • Tests: gleiche Botschaft einmal mit Charakter, einmal ohne – welche wirkt klarer?

C. Neue narrative Strategien ohne Charaktere
Eventuell folgende Themen recherchieren:

  • Wie kann man Geschichten über Form, Typografie, Rhythmus, Farbe, Timing und abstrakte Bildsprache erzählen?
  • „Motion Grammar“: Bewegung als Bedeutungsträger (Siehe DesRes Motion Identity Thema)
  • Visuelle Systeme, die Marken klarer ausdrücken als Figuren (Siehe DesRes Motion Identity Thema)
  • non-character communication im Branding 

Keywords

Motion Graphics, Animation, Character Animation, non-character communication, storytelling, motion language, emotion through form, design expression, motion grammar, mascots, form-based storytelling, abstract narrative

Projektidee

A) Eine Serie experimenteller Animationen, die dieselbe Botschaft jeweils ohne Figuren kommunizieren.

Experimente z. B.:

  • nur Typografie
  • nur Formen & Komposition
  • rein über Geschwindigkeit & Rhythmus
  • minimalistische visuelle Systeme
  • abstraktes Storytelling (keine Avatare, keine Hände, keine Augen)

B) Endprojekt dass man später als Tool nutzen kann um es z.B Kund:innen vorzulegen & damit Aufklärarbeit zum Thema Animation zu machen und sie von einer „Non-character“-Erzählstruktur zu überzeugen 

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Soweit so gut – es ist einmal ein Anfang!

Aber Wo hackt’s noch:
– Will ich wirklich SO VIEL über Character lernen und schreiben, nur um dann zu sagen „Genau – UND JETZT OHNE!“
Lässt sich der Fokus vielleicht noch mehr auf Recherche in die Richtung „Alternativen“ drehen?

– Das Thema Literatur 🙁

Was wird das Projekt: Ist das Praxisprojekt ein Video, dass eben keine Character nutzt und super funktioniert, oder sind es sogar mehrere? Gibt es das Gegenbeispiel mit Character? Oder sollte das Projekt vielleicht sogar schon eben jene Aufarbeitung sein die ich meinen zukünftigen Kund:innen zeige/sende um zu sagen „Klar Character können wir machen… aber So geht’s auch!“

Wie geht’s weiter:

Hoffentlich mit einem Beratungsgespräch mit Roman (danke!)
Und dann muss man – Wohl oder Übel – in die Bibliothek (oder das INTERNET) um mit der tatsächlichen Recherche loszulegen!

Bis dahin GaLiGrü

#4 London Symphony Orchestra: Abstraction and Motion in Branding

In 2017, the London Symphony Orchestra (LSO) introduced a new visual identity for its 2017/18 season. Instead of using typical images of musicians or instruments, they decided to do something much more experimental. The LSO turned to motion capture technology to create a visual language that reflects the energy, emotion, and dynamism of music itself. This collaboration, executed with the creative agency Design Bridge, used motion capture to turn music and conducting into abstract moving visuals. I found this project really interesting because it mixes classical music with digital art and motion design in. a way you don’t see very often or at least I haven’t. The whole idea was started by Sir Simon Rattle who was the LSO’s Music Director at that time. His conducting movements were recorded with twelve Vicon cameras at 120 frames per second. This helped to create a very detailed motion data that digital artist Tobias Gremmler later was able to transformed into abstract animations like abstract forms, which visually embodied the rhythm, intensity, and flow of the music. Form this data the team also created two typefaces. One of the looked more soft and flowing for a more gentle gesture approach. And the other was sharper and more angular for stronger movements. Both these typefaces worked together with the animations and the still images with this creating a full visual identity that was later on used everywhere. (The Partners Unveil Identity for LSO Formed by Tracking the Conductor’s Movement, 2017)

Abstract Forms and Motion

The abstract shapes generated from the motion capture are not random. Each shape is based on Sir Simon Rattle’s actual movements while conducting. However, the visualizations do not echo his motion. They turn his gestures into swirling vortex-like structures that suggest the textures and materials of an orchestra: wood, brass, smoke, and string. These organic, kinetic forms function as an “abstract score,” where lines, loops, and flowing wires communicate rhythm, energy, and dynamics in a visual language that parallels musical notation. Color and texture also play a big role. The animations use gradients, light flows, and semi-transparent textures to evoke elements of the orchestral soundscape. Air, vibration, resonance, and the interplay of instruments. Everything is always moving which reflects how music itself is never static. Here I really liked how the project manages to translate the feeling of music into a visual experience.

Impact and Significance

This approach positions the LSO as both a guardian of tradition and a forward-looking, innovative institution. By showing the conductors gestures in such an artistic way the visuals create a more emotional and personal connection to the music. In an industry where orchestral brands often remain conservative and predictable, the LSO’s identity stands out for its bold, kinetic abstraction. The combination of the custom typefaces and the abstract animations also helps with recognition. It shows that classical music can work with technology and contemporary design without losing its identity. 

Relevance to Motion Design

For motion design, this project is a great example of how movement can be turned into something abstract but still meaningful. It shows how motion graphics can build a whole brand identity and not just act as decoration. Because every visual element comes directly from the conductor’s movements and the music, the design feels very connected to the source. It proves that abstract shapes can still tell a story and carry emotion.

Even if the project is really strong, there are some challenges. The abstract visuals might not make sense to all viewers. People who don’t know much about design or conducting might think the shapes are just pretty graphics without understanding the idea behind them. Another issue is the budget. Motion capture is expensive and needs advanced equipment, which means smaller orchestras probably couldn’t do something similar. However I was still very fascinated by this approach and project itself and the way it was executed. 

Bibliography:

The Partners unveil identity for LSO formed by tracking the conductor’s movement. (2017, January 20). https://www.itsnicethat.com/news/the-partners-lso-identity-motion-capture-200117