IMPULS 8 – Overlays: Verantwortung, Teamwork & ein bisschen Wahnsinn

Irgendwie bin ich in diese Rolle hineingerutscht.
Tutorin, Speakerin, Klassensprecherin, Klassen-Mama – irgendwas dazwischen. Und vermutlich war genau das der Grund, warum ich schließlich mitten in der Organisation unserer Ausstellung Overlays gelandet bin.

Dieser Impuls ist der Ausstellung gewidmet. Und allem, was davor passiert ist

Immer diese Organisationnnnn

Overlays war nach der Koordination der Kurzfilme und meinem frischen Tutorinnen dasein, mein dritter Posten in organisatorisch Verantwortung dieses Semester. Gemeinsam mit Alina war ich Major Speaker für Media Design – das hieß: Koordination, Abstimmung, Entscheidungen treffen. Und zwar nicht nur für uns selbst, sondern für das ganze Major.

Ab Dezember trafen wir uns regelmäßig mit den anderen Major-Speaker:innen. Themen wie Floor Planning, Budget, Präsentationsflächen, technische Anforderungen – alles musste abgestimmt werden. Parallel dazu diskutierten wir innerhalb unseres Majors:

Was zeigen wir? Wie zeigen wir es?
Und Media-Spezifisch vor allem: Wie vermeiden wir eine Aneinanderreihung von Screens mit „irgendwelchen Filmen“? Uns war wichtig, dass Media Design räumlich denkt. Dass man merkt, dass Gestaltung mehr ist als Content auf Displays.
Der „Cinema“-Bereich mit zwei Kurzfilmen wurde zu einem zentralen Element. Zusätzlich planten wir eine Screen-Wall – inspiriert von einer Ausstellung, die ich in der Schweiz gesehen hatte – sowie eine eigene Fläche für Passion Projects. Jede:r aus dem Major sollte die Möglichkeit haben, etwas einzureichen und auszustellen.

Zwischen Kurzfilm, Selbstständigkeit und Ausstellung

Zeitgleich liefen an der FH mehrere Projekte, dazu meine Selbstständigkeit und einige Projekte nebenher – und der Kurzfilm, der mir zuerst in der Konzeption sehr am Herzen lag und mich im Laufe des Prozesses eher organisatorisch beschäftigte.

Ganz nebenbei hatte sich auch mein gewohntes Media-Arbeits-Setup mit Kata durch ihr Schweiz-Semester aufgelöst. Ich war es gewohnt, Dinge zu zweit als eingespieltes Team zu stemmen. Plötzlich war vieles offen.

Und dann kam Alina. (Wie ein Engel, wirklich.)
Ohne sie wäre das alles nicht machbar gewesen – weder Ausstellung noch Kurzfilm noch der Rest drumherum. Wir konnten uns zu 100 % aufeinander verlassen. Wir hatten ähnliche Visionen, ähnliche Ansprüche und vor allem: eine klare, ehrliche Kommunikation. Auch in stressigen Momenten. Und von dem Stress gab es genug.

Transparenz, Workforces & Verantwortung

Uns war wichtig, den Prozess transparent zu gestalten. Niemand sollte das Gefühl haben, ausgeschlossen zu sein oder keine Möglichkeit zur Initiative zu bekommen. Deshalb gab es eine Unmenge an Zwischenstand-Präsentationen und Gruppenbesprechungen – rückblickend startete kaum eine Woche oder sogar eine Kurs-Einheit ohne einen groben Überblick über den Stand der Dinge (sei es Kurzfilm oder Exhibition).

In weiterer folge haben wir dann auch Teams, sogenannte „Workforces“, definiert. Jede hatte eine:n interne:n Leader:in. So konnten wir organisatorische Aufgaben verteilen und Verantwortung abgeben.

Und hier ein Learning, das sich bestätigt hat: Ein Team ist nur so gut wie seine Leader, denn wenn niemand Verantwortung übernimmt, passiert am Ende nichts.

Zum Glück hatten wir unglaublich viele engagierte, kompetente und bemühte Menschis im Studium, die diese Ausstellung mit der Kraft von hundert Wikingern getragen haben. Wirklich. Ohne diesen Einsatz wäre Overlays nicht das geworden, was es war.

Was ich gegen Ende des Prozesses allerdings kaum noch hören konnte, war:
„Ach, war ja eh alles easy.“ Und „Macht’s es nicht so kompliziert.“

Liebevoll gemeint, manchmal scherzhaft – aber wenn man als Verantwortliche den Kopf hinhalten muss, wie Alina und ich, und man mitten in Budget-Tabellen, Raumplänen, Abstimmungen, Deadlines und zwischenmenschlichen Spannungen steckt, fühlt sich „easy“ ganz anders an.

Natürlich konnte nicht jede:r alle Stresspunkte und Diskussionen kennen, die Alina und ich täglich jonglierten – dennoch war es mir super wichtig zumindest ein wenig Wertschätzung und Verständnis von jenen Seiten zu erfahren, die sich im Prozess nach dem Motto „Mir ist eh egal“ eher raushalten wollten. Am Ende waren aber alle engagiert und am werken und irgendwie glücklich oder zumindest „ok“ – und damit haben sich dann alle kleinen und großen Wogen geglättet.

Ein weiteres Learning: Nicht jeder Senf ist mein Senf.
Man darf Meinungen anhören, aber man muss sie nicht alle übernehmen.
Klingt logisch, mit all dem demokratischen handeln und jedemenge Harmoniebedürfnis aber garnicht einfach.

Was ich gelernt habe

  • Ein gutes Team ist Gold wert. Es macht selbst stressige Phasen tragbar – und manchmal sogar lustig.
  • Hilfe bekommt man nur, wenn man nach Hilfe fragt.
  • Aufgabenverteilung ist essenziell. Aber genauso wichtig ist es, einzuspringen, wenn irgendwo Stricke reißen. Diese Balance zu finden, ist schwierig.
  • Mit einem klaren Plan und smarter Arbeitsteilung sind 90 % der Arbeit schon erledigt.
  • Es gibt unglaublich viele kompetente, engagierte Menschen in unserem Studium. Wenn sie Verantwortung übernehmen, entstehen richtig coole und fetzige Dinge.

Und vielleicht das Wichtigste:
Organisation ist unsichtbare Arbeit. Man sieht am Ende die Ausstellung, die Screens, die Filme, die Besucher:innen. Aber davor stehen Monate an Abstimmungen, Entscheidungen, Unsicherheiten und Diskussionen.

Und jetzt?

Am Ende bin ich super glücklich mit Overlays.
Großes Danke an alle, die sich reingehängt haben. Da waren echte Macher:innen am Start. You rockkkk

Würde ich es nochmal machen?
Lieber nicht. Aber wahrscheinlich schon.
Irgendwo macht es mir ja doch Spaß, coole Dinge auf die Beine zu stellen.

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