02: Datawrapper. Der König interaktiver Daten?

In diesem Blogpost soll es um Datawrapper gehen, die erste Software, die ich mir im Zuge meiner Recherchen genauer angeschaut habe. Aber was ist Datawrapper überhaupt, was kann es, und was konnte ich damit realisieren? Ein Thread.

Über Datawrapper

Datawrapper ist ein deutsches Online-Tool zur Datenvisualisierung, das speziell für Journalisten und Medienhäuser entwickelt wurde. Durch die leichte Bedienbarkeit hat es sich über die letzten Jahre als DAS Tool für Journalisten positioniert und ist unter anderem bei Mediengranden wie der New York Times oder der Süddeutschen Zeitung in Verwendung. Datawrapper ist kostenlos (solange man zumindest mit einem kleinen Wasserzeichen in der Fußnote leben kann) und denkbar einfach. Die Funktionalität reicht von klassischen Charts aller Art (Balken, Linien, Scatterplot etc.) über Tabellen bis hin zu Karten, dabei sind alle Grafiken interaktiv und über ein Baukastensystem gut individualisierbar. Für mein Experiment habe ich mich an allen drei Arten versucht.

Tabellen in Datawrapper

Beweisstück A ist untenstehende Tabelle. Dieser zugrunde liegen Finanzdaten, die ich aus dem Web gescraped habe. Bilder sind über HTML tags integrierbar und die Daten selbst lassen sich entweder als Rohdaten, Linien oder Boxen in der Tabelle visualisieren. Im Grunde ist mir die Tabelle ziemlich genau so gelungen, wie ich sie mir vorgestellt habe, auch wenn die Formatierung der Bilder sehr nervenaufreibend war. Die Tabelle ist die einzige Grafik, die nicht interaktiv ist. Es gäbe aber auch kaum Daten, die nicht gezeigt werden.

Charts in Datawrapper

Beweisstück B ist die Grafik der Mandatsverteilung im neuen Nationalrat, via Dropdown-Menü kann zwischen der alten und neuen Verteilung gewechselt werden. Alles in allem eine sehr einfache Grafik, die als einzige wirklich in Minuten erstellt war – Download der Daten, Integration, Auswahl des Charts, einfärben der Flächen, fertig. Das Ergebnis ist basic, reicht aber im Alltag völlig aus.

Karten in Datawrapper

Beweisstück C, und damit auch das mit Abstand aufwendigste der drei Projekte ist die Visualisierung einer alten Recherche von mir über fehlende Busse im steirischen Amateurfußball und dem damit einhergehenden unnötigen CO2-Ausstoß. Die Grundkarte selbst war in Datawrapper bereits vorhanden, kann aber, sollte man eine sehr außergewöhnliche brauchen, hochgeladen werden. Die Lokalisierung der Punkte hat in meinem Fall über die Längen und Breitengrade der Orte funktioniert. Theoretisch kann Datawrapper aber auch eine Spalte mit Ortsnamen erkennen und selbst nach Adressen und Koordinaten suchen. Die Karte selbst ist dann völlig individualisierbar (Form, Größe und Farbe der Punkte, Hover-Effekte, Kategorien etc.). Das hat es für die Komplexität der Grafik dann doch recht einfach gemacht diese zu erstellen.

Fazit

Meine Erfahrung mit Datawrapper war durchwegs positiv, vom Upload der Daten über die finale visuelle Gestaltung läuft alles sehr smooth und intuitiv, zur Not gibt es auch ein paar Tutorials, die über Probleme hinweghelfen. Jedoch is Datawrapper nicht perfekt. Einerseits ist mit Datawrapper nur der Export als PNG oder als Einbettung möglich. Soll die Grafik interaktiv sein muss es also zwangsläufig die Einbettung sein und diese läuft, wie man an den beiden Grafiken oben sehen kann so naja. Zumindest in dieser Version von WordPress war es mir nicht möglich die Grafiken irgendwie zu skalieren, weder nach der Einbettung noch im Code, da WordPress meine iFrame Codes immer umwandelt. Ob da ein WordPress-Plugin abhilfe schaffen kann weiß ich nicht, zumindest für diesen Blog liefert Datawrapper aber nicht die besten Ergebnisse. Zweiter und viel definitiverer Nachteil ist aber der Funktionsumfang, während interaktive Grafiken sehr gut funktionieren, werden Animationen nämlich gar nicht unterstützt. Balken, die sich aufbauen, oder Fahrten auf einer Timeline sind also nicht möglich.

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