Einfluss, Ästhetik und Literatur

Wie meine Masterarbeit meinen Werdegang beeinflussen kann

Das Ergebnis meiner Masterarbeit soll nicht nur eine wissenschaftliche Leistung darstellen, sondern auch meinen beruflichen und künstlerischen Werdegang positiv beeinflussen und neue Türen öffnen. Deshalb möchte ich Überlegungen anstellen, wie sich die Arbeit am besten „vermarkten“ lässt, um ein breites Publikum zu erreichen und potenzielle Kunden auf mich aufmerksam zu machen.

Die Idee, Kirchen als Austragungsort zu wählen, gefällt mir besonders gut, da sich in diesen Räumen zahlreiche gestalterische Möglichkeiten bieten: Die einzigartige Architektur, die reiche Symbolik und die besondere Akustik schaffen ein ideales Umfeld für experimentelles Video-Mapping.

Persönlich haben mich Kirchen als architektonische Bauwerke schon immer fasziniert. Gleichzeitig stehe ich ihrer Geschichte und den damit verbundenen Machtmissbräuchen kritisch gegenüber. Diese Ambivalenz hat mich zu einer – zugegeben leicht humorvollen – Überlegung geführt: Als Selbstständiger führe ich, gemessen an meinen Verhältnissen, recht hohe Summen an Kirchensteuer ab. Vielleicht ist es Zeit, mir etwas zurückzuholen – durch ein Konzept oder eine audiovisuelle Show, die die Architektur von Kirchen würdigt, ohne dabei zu stark auf religiöse Inhalte einzugehen.

Eine neue Perspektive auf Kirchen durch Video-Mapping

Mein Ziel ist es, ein Werk zu schaffen, das Kirchen als Ort der Ruhe und Reflexion neu interpretiert. Kirchen sollten Räume sein, in denen Menschen innehalten können, um über sich selbst oder andere nachzudenken – sei es in Trauer, Freude oder Sehnsucht. Ein Ort, der Geborgenheit vermittelt und zum Nachdenken einlädt.

Allerdings kann der religiöse Hintergrund vieler Kirchen manche Menschen, insbesondere solche mit Zweifeln oder kritischer Einstellung zur Religion, davon abhalten, diesen Raum so zu erleben. Hier sehe ich die Chance, Video-Mapping als Medium einzusetzen, um solche Barrieren zu überwinden. Eine meditative, beruhigende audiovisuelle Show könnte Menschen ansprechen, die nicht unbedingt einen spirituellen Zugang zu Kirchen haben, und ihnen eine neue Perspektive bieten.

Kirche als Bühne für Kunst und Reflexion

Durch Video-Mapping lässt sich die symbolische und architektonische Schönheit der Kirche betonen, ohne sie auf religiöse Inhalte zu reduzieren. Die visuelle und akustische Gestaltung könnte dabei helfen, einen universellen Zugang zu schaffen – einen Raum, der alle Menschen willkommen heißt, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Haltung zur Religion.

Gestaltung und Ästhetik im Fokus

Ein zentrales Ziel in der Weiterentwicklung meines Projekts ist es, neben dem Ausbau technischer Fähigkeiten, die Gestaltung und Ästhetik des Video-Mappings gezielt zu vertiefen. Dabei könnten Künstler und Stilrichtungen aus der Renaissance eine inspirierende Grundlage bieten. Besonders faszinierend ist die Verbindung von Raum, Licht und Symbolik in den Kunstwerken dieser Epoche, die viele Parallelen zur modernen Mapping-Ästhetik aufweist.

Um dieses Verständnis zu erweitern, plane ich, Geschichten und Kunstwerke aus dem Mittelalter und der Renaissance eingehender zu studieren. Ein guter Einstieg hierfür ist das wohl bekannteste Standardwerk der Kunstgeschichte:
Ernst H. Gombrich: Die Geschichte der Kunst (Phaidon Verlag). Dieses Buch hat bereits in meinem Kunststudium eine zentrale Rolle gespielt und wird mir erneut als Grundlage dienen, um die Kunst und ihre geschichtlichen Zusammenhänge zu analysieren.


Relevante Literatur für die Masterarbeit

Nach ersten Recherchen habe ich eine Auswahl an Literatur zusammengestellt, die mir wertvolle theoretische und praktische Impulse für die Masterarbeit liefern könnte:

  1. Wahrnehmungspsychologie: Der Grundkurs
    • Autor(en): E. Bruce Goldstein (Autor), Hans Irtel (Herausgeber)
    • ISBN: 978-3827417668
    • Amazon-Link: Wahrnehmungspsychologie: Der Grundkurs
    • Inhalt: Dieses Buch bietet eine fundierte Einführung in die Wahrnehmungspsychologie, die einen wichtigen Bestandteil meines Forschungsansatzes darstellt. Es behandelt Themen wie neuronale Mechanismen, Farbwahrnehmung, Objekterkennung, räumliche Wahrnehmung und akustische Wahrnehmung. Besonders die Kapitel über räumliche Wahrnehmung und die Verarbeitung akustischer Reize könnten für meine Arbeit in sakralen Räumen äußerst relevant sein.
  2. The Media Equation: How People Treat Computers, Television, and New Media like Real People and Places
    • Autor(en): Byron Reeves, Clifford Nass
    • ISBN: 978-1575860527
    • Amazon-Link: The Media Equation
    • Inhalt: Dieses Buch untersucht, wie Menschen Medien und Technologien sozial ähnlich behandeln wie reale Personen und Orte. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, zu verstehen, wie Zuschauer audiovisuelle Projektionen in einem sakralen Kontext erleben und auf sie reagieren.
  3. Das Heilige und das Profane: Vom Wesen des Religiösen
    • Autor(en): Mircea Eliade
    • ISBN: 978-3458339426
    • Amazon-Link: Das Heilige und das Profane
    • Inhalt: Eliades Werk untersucht die symbolische Bedeutung des Heiligen im Kontrast zum Profanen. Dieses Buch liefert tiefere Einblicke in die kulturellen und religiösen Bedeutungen, die mit sakralen Räumen verbunden sind, und wie diese sich auf die Wahrnehmung auswirken.
  4. Fractal Geometry in Architecture & Design
    • Autor: Carl Bovill
    • ISBN: 978-0817637958
    • Amazon-Link: Fractal Geometry in Architecture & Design
    • Inhalt: Dieses Buch analysiert die Anwendung von Fraktalen in der Architektur als visuelle Sprache. Es könnte wertvolle Impulse für die Gestaltung komplexer visueller Strukturen in meinem Projekt liefern, insbesondere im Zusammenspiel von Architektur und Mapping.
  5. Dichte Beschreibung: Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme
    • Autor: Clifford Geertz
    • ISBN: 978-3518282964
    • Amazon-Link: Dichte Beschreibung
    • Inhalt: Geertz’ Konzept der „dichten Beschreibung“ bietet eine tiefgründige Methodik, um kulturelle und symbolische Systeme zu verstehen. Dieses Werk könnte mir helfen, die kulturellen Kontexte von Kirchen und ihrer Rezeption durch ein breites Publikum besser zu analysieren.
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