Ein Kurzfilm über’s Loslassen, oder eher Loslassen vom Kurzfilm? (Mit Happy End)
Der Ausgangspunkt für diesen Impuls ist kein einzelner Drehtag, sondern das ganze Semester!
Ein Semester das geprägt war von einem Kribbeln aus Stress, Verantwortung und Euphorie (wenn man merkt, dass aus einer Idee langsam ein echter Film wird!)
Ich war bei unserem Kurzfilm „Blau wie der Morpho“ als… Producerin(?) dabei und schildere hier im Impuls all meine Learnings aus den langen Drehtagen und noch längeren Nächten in der Pre-Production.
Vom „Blockbuster“ zur Awareness-Geschichte
Gemeinsam mit Kata und Joschua entwickelten wir bereits im vorherigen Semester die ursprüngliche Storyline, getrimmt auf das Schema nach Blake Snyder für Blockbuster. Groß gedacht, dramatisch, aber leider ein bisschen zu groß für den Rahmen eines Semesters.
Als es dieses Semester ans tatsächliche Umsetzen ging, war klar: Ganz so wie es jetzt ist funktioniert das nicht, wir mussten etwas neu denken.
Nach einem privaten Meetup mit Noah und Peter, bei dem wir lange über Kurzfilme und emotionale Advertisements gesprochen haben, kam die Idee, den Film stärker in Richtung „Awareness“ zu entwickeln. Reduzierter, bisschen intimer und etwas realistischer. „Eine Geschichte, die nicht laut ist, sondern nachhallt.“
Diese Idee brachte eine neue Dynamik ins Team und wir begannen, die Story neu zu strukturieren, kürzer zu denken, fokussierter zu schreiben.
Diskussionen, Konflikte und Neuaufstellung
Was nach einem klaren Prozess klingt, war in Wahrheit alles andere als linear.
Zwischen Zwischenpräsentationen, Latenight-Work-Sessions und parallelen FH-Projekten entstanden Spannungen. Und plötzlich wurde ds gesamte Filmkonzept wurde infrage gestellt.
Und genau hier wurde es herausfordernd, denn wir wollten Harmonie im Team, aber irgendwie mussten Entscheidungen getroffen werden.
Wir strukturierten das Team neu, hielten noch mehr Rücksprache, versuchten, alle Perspektiven ernst und mit ein zu nehmen. Das Story-Team wurde größer – vielleicht ein bisschen zu groß. Und während immer mehr Meinungen dazukamen, standen Alina und ich durch Ausstellung, andere Projekte und Selbstständigkeit ohnehin schon ziemlich unter Strom. Für mich persönlich war es extrem schwer, das „Kurzfilm-Baby“ aus der Hand zu geben – vor allem im Storywriting, das mir unglaublich viel Freude macht. Aber mit Blick auf das große Ganze war klar: Ich kann nicht überall gleichzeitig sein. Also entschieden wir uns bewusst für neue Rollen – schluss mit Storywritting für Magda.
Director & Producer – irgendwie gemeinsam
Alina übernahm offiziell die Rolle der Directorin und ich rückte zunehmend in die Producing-Richtung.
In der Praxis waren wir aber vieles gemeinsam: Koordinatorinnen, Vermittlerinnen, Entscheidungsträgerinnen, Motivatorinnen.
Rückblickend war das genau der richtige Schritt. Ich konnte Verantwortung abgeben, Aufgaben klarer abstecken und meine Energie strategischer einsetzen.
Wir arbeiteten in der Preproduction, ähnlich wie bei der Ausstellung, mit Workforces:
Story-Team, Location-Scouts, Technik-Team, Styling, Hair & Make-up, …
Diese Struktur war Gold wert. Plötzlich hatte jedes Thema Menschen, die sich zuständig fühlten. Und wenn sich jemand zuständig fühlt, passiert auch etwas.
Vom Konzept zum Set
Es war unglaublich spannend zu beobachten, wie sich alles langsam zusammenfügte:
Casting-Gespräche. Locations, die plötzlich real statt nur im Kopf existierten. Kostüme, die einer Figur Charakter gaben. Alina, die asl Director wirklich alles im Überblick hatte und viele kreative Entscheidungen treffen musste hat das alles super koordiniert.
Am Drehtag selbst wurde mir nochmal bewusst, wie viele Zahnräder ineinandergreifen müssen, damit ein Film funktioniert. Es geht nicht nur um Regie oder Kamera, es ist ein Zusammenspiel aus Organisation, Vertrauen und klarer Kommunikation (und einem Peter, der alle Rolle gleichzeitige machen kann, wenn er muss.)
Producing – Stress und Faszination
Producing bedeutet ständig den Überblick zu behalten. Das betrifft die Zeit und Ressourcen, aber auch allgemein alle Menschen am Set und deren Stimmung.
Ich glaube, das Burnout-Risiko in diesem Job ist groß, weil man überall mitdenkt und oft als Erste merkt, wenn irgendwo etwas kippt. Aber gleichzeitig war es unglaublich erfüllend, diesen Prozess zu begleiten. Nicht permanent jede kreative Entscheidung selbst treffen zu müssen, sondern Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen gute Entscheidungen möglich sind.
Was bleibt?
- Große Ideen müssen manchmal kleiner gedacht werden, um stärker zu werden.
- Ein zu großes Team braucht klare Struktur.
- Verantwortung abzugeben ist schwer – aber notwendig.
- Gute Kommunikation rettet Projekte.
- Und: Es ist ein besonderes Gefühl zu sehen, wie aus einer Idee im Kopf ein echter Film entsteht.
Am Ende bin ich unglaublich stolz auf das, was wir gemeinsam geschaffen haben. Nicht nur auf das Ergebnis, sondern auf den Weg dorthin.
Unsere Schauspieler:innen lobten unser vorgehen am Set, die Professionalität, die Rollenverteilung, die Art wie wir Konflikte gehandhabt haben und wie gut wir auch mit Zeitdruck umgegangen sind. Das war sehr schön zu hören, vorallem von außenstehenden.
Großes Danke an alle, die sich mit so viel Engagement eingebracht haben. You rockkkk