IMPULS 7 – ORF Koralmbahn

Zwischen Projekten, Deadlines und allem, was rund ums Studium sonst noch passiert, blieb ehrlich gesagt nicht viel Zeit für „klassisches“ Konsumieren – also Filme schauen oder Bücher lesen. Dafür durfte ich durch unsere Projekte Eindrücke sammeln, die mindestens genauso viel Stoff für einen Impuls liefern.

Einer davon: unser Auftrag für den ORF zur Eröffnung der Koralmbahn.

Wohl kaum zu übersehen – dank motivierter Studienkolleg:innen und einer dezenten Portion Instagram-Dokumentation – durften Tanja Kobler und ich im Dezember an einer Live-Produktion mit dem ORF mitarbeiten.

Wie kam es dazu?

Unser Studiengang war beim Klanglicht vertreten – und offenbar nicht nur für die Besucher:innen ein Highlight. Schon am Abend unserer Abschlussfeier in der Antoniuskirche kursierte das Gerücht, dass jemand vom ORF Interesse an unserer Installation gezeigt hatte.

Und dann Stand tatsächlich die Anfrage im Raum!

Das Bürokratische „Behind the Scenes“ mal schnell übersprungen, freuten sich
Tanja und ich über die Anfrage, ob wir uns vorstellen könnten, die Live-Show zur Koralmtunnel-Eröffnung visuell mitzugestalten.

Worum ging es konkret?

Zur feierlichen Eröffnung des Koralmtunnels wurde sowohl vor Ort als auch live aus dem ORF Landesstudio Steiermark berichtet. Im Studio selbst sollten – inspiriert vom Klanglicht – hohe LED-Paneele als visuelles Element im Hintergrund integriert werden.

Unsere Aufgabe war weniger technischer Natur (Christoph Neuhold und Christian Stoisser begleiteten uns technisch durch den Prozess.), sondern klar gestalterisch:
Wir entwickelten die Visuals, die während Interviews, Moderationen und Beiträgen im Hintergrund liefen. „Subtil, aber präsent“, visuelle Atmosphäre, die unterstützt, ohne abzulenken.

Setup & Start

Mit Anfang Dezember wurde von Seiten der FH das LED-Wall-Setup konstruiert und zusammengesetzt – mit Fokus darauf das Setup in weiterer Folge weiterzuverwenden, wie sich später herausstellte. Anstatt dem 3 Meter hohen Tower, würden 3 Wände konstruiert, die flexibel positioniert und einfacher transportiert werden konnten.



Mit 04 Dezember ging’s dann auch für Tanja und mich los! Die erste Wand wurde für Trailer und Co. im ORF Landesstudio positioniert und eine erste „Vision“ wurde uns kommuniziert.

Das Briefing lies einiges an Freiheit offen (zynische Münder würden sagen es war schwammig) aber mit Fokus auf Tunnel, Züge und der Farbe rot konnte man in eine grobe Konzeptionsphase starten! Tanja und ich setzen uns also Zusammen, besprachen die Rahmenbedingungen, sammelten Ideen und starteten mit einem „visuellen Brainstorming“

Unser Prozess

Was folgte, war ein kreativer Sprint, voller Tests, Schleifen und ehrlichem Aussortieren.

Phase 1 – Ideenfindung
Ähnlich wie beim Klanglicht starteten wir mit offenem Experimentieren. Unterschiedliche Stile, Geschwindigkeiten, Texturen. Wir wollten verstehen, wie sich Details auf die vertikalen LED-Streifen übersetzen.

Erste Erkenntnis:
Was am Bildschirm wirkt, wirkt auf einer LED-Wand noch lange nicht.

Also: testen, verwerfen, neu denken.

Wir arbeiteten parallel, sammelten Snippets und Ansätze in einem gemeinsamen Pool und bauten sie in Roman’s Mockups ein, um die Visuals realitätsnah zu simulieren.

Phase 2 – Testen im Studio
Ein entscheidender Moment war das erste Live-Testen auf den tatsächlichen Paneelen. Gemeinsam mit Christoph Neuhold und Christian Stoisser wurden unsere Entwürfe technisch durchgespielt.

Hier zeigte sich schnell, welche Ideen funktionieren und welche zwar schön gedacht, aber im Raum nicht funktional sind. Es wird aussortiert, neu strukturiert und etwaige Ideen noch ergänzt, bevor es an ein erstes Feedback mit den Kund:innen ging

Phase 3 – erstes Feedback & Fokussierung
Mit dem ORF wurden die unterschiedlichen Stilrichtungen besprochen:
Wie schnell dürfen Bewegungen sein? Wie viel Dynamik verträgt eine Livesendung?
Was unterstützt das Setting, ohne Moderator:innen zu „erschlagen“?

Am Ende wurde eine Richtung definiert.

Phase 4 – Rethinken, Erweitern, Schärfen, Testen

Zurück am Schreibtisch sortieren wir heftig aus, was blieb war die getestete Basis. In diesem neuen Rahmen werden also weitere Visuals entwickelt, die die selbe Idee und den selben Style verfolgen. Es gab immer wieder internes Testen, es wurden alle Gedanken und Feedbacks notiert und eine Auswahl an von Visuals definiert Ab diesem Punkt ging es für Tanja und mich nicht mehr ums Suchen der Ideen, sondern ums Schärfen, Geschwindigkeit anpassen und Sequenzen strukturieren.

Phase 5 – Auswahl und Feinschliff

Die ausgewählten Visuals wurden dem ORF im finalen Setup präsentiert und es wurde eine finale Auswahl basierend auf den geplanten Sequenzen getroffen. Die letzten Änderungen wurden eingearbeitet, bevor die Loops bzw 20min Sequenzen final rausgerendert und ins Setup gespielt wurden. 

Es entstanden mehrere 20-Minuten-Loops, die den Ablauf der Sendung strukturiert begleiteten.
Zwar gab es immer wieder kleine Technische Hürden zu überwinden, aber mit dem Support des FH-Teams stand dem finalen Setup nichts mehr im Weg

Der Live-Tag

Generalprobe war ruhig, die Technik stabil und unsere Visuals funktionierten.

Am 12.12. war es dann ernst.

Headsets auf. Skript in der Hand.
… und genau fünfzehn Visuals in drei Stunden aktivieren. Klingt überschaubar.

Auf mehreren Kanälen liefen gleichzeitig Absprachen, Updates, kurzfristige Änderungen. Das wichtigste Mantra: Nicht wechseln, wenn wir live im Studio sind.

Die drei Stunden vergingen überraschend schnell.
Unsere Visuals liefen stabil, wir lauschten den Gesprächen übers Headset (für Detaileinblicke in den Prozess ;)) und ein paar Klicks später war es auch schon vorbei!

Resümee: 

Live-TV ist viel stressiger als Gedacht

Fehler passieren (auch live) letztendendes juckt aber he keinen also no hard feelings

Man kann auch in kurzer Zeit ziemlich coole Dinge auf die Beine stellen, wenn das Team motiviert ist und man mit etwas plan dran geht

Resümee’s schreiben ist leichter wenn’s noch nicht 2 Monate her ist (sorry aaah, aber es war echt cool und wir haben viele spannende Eindrücke gewonnen)

Danke an Roman für die Unterstützung (mental wie auch via After-Effects Mockups)
Danke an Christoph Neuhold, Christian Stoisser und Daniel Fabry für die Möglichkeit, die Organisation und das “Technik im Griff haben”

GaLiGrü, euer Studio Matria (2/3)

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