MA: #5 Interviews mit den Zielgruppen

INTERVIEWLEITFÄDEN – STRUKTURIERT NACH ROLLE & ZEITPUNKT

A) VOR dem Produkt – Nutzer:in (vorsorgend / reflektierend)

Einstieg

  1. Können Sie mir kurz erzählen, wie Sie aktuell mit persönlichen Erinnerungen umgehen?
  2. Welche Rolle spielen Gegenstände für Sie, wenn Sie an Ihre eigene Geschichte denken?

Erinnerung & Weitergabe

  1. Denken Sie manchmal darüber nach, was von Ihnen bleiben soll?
  2. Gibt es Dinge, die Sie bewusst weitergeben würden – oder eher nicht?
  3. Für wen wären diese Erinnerungen gedacht?

Gedankenexperiment „Erinnerungsbox“

  1. Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Box, in der Sie Erinnerungen für andere sammeln könnten.
    Wie fühlt sich dieser Gedanke für Sie an?
  2. Was würden Sie vermutlich in eine solche Box legen?
  3. Gibt es Dinge, die Sie bewusst nicht hineinlegen würden? Warum?

Haltung & Grenzen

  1. Was würde Sie motivieren, so eine Box zu nutzen?
  2. Was würde Sie eher davon abhalten?
  3. Wie offen oder abgeschlossen dürfte so ein Objekt für Sie sein?

Gestaltung (ohne Lösung vorzugeben)

  1. Wie sollte sich eine solche Box anfühlen?
  2. Sollte sie eher sichtbar sein oder bewusst im Hintergrund bleiben?
  3. Was wäre Ihnen bei der Gestaltung besonders wichtig?

B) VOR dem Produkt – Hinterbliebene

Einstieg

  1. Können Sie beschreiben, wie Sie den Umgang mit den Dingen der verstorbenen Person erlebt haben?
  2. Was war dabei besonders schwierig oder belastend?

Erinnerungen & Entscheidungen

  1. Gab es Gegenstände, bei denen Entscheidungen besonders schwerfielen?
  2. Was hat Ihnen geholfen, Dinge einzuordnen oder loszulassen?
  3. Gab es etwas, das Ihnen im Nachhinein gefehlt hat?

Gedankenexperiment „Erinnerungsbox“

  1. Hätte eine Erinnerungsbox Ihnen in dieser Situation helfen können?
  2. Was hätten Sie damals in eine solche Box gelegt?
  3. Wäre eine Box eher Entlastung oder zusätzliche Belastung gewesen?

Bedürfnisse & Grenzen

  1. Was hätte Ihnen Sicherheit gegeben?
  2. Was hätte Sie möglicherweise überfordert?
  3. Wie wichtig wäre es gewesen, selbst Tempo und Zeitpunkt zu bestimmen?

C) NACH dem Produkt – Nutzer:in

(vorsorgende oder organisierte Nutzung der Box)

Erster Eindruck

  1. Was war Ihr erster Gedanke, als Sie die Erinnerungsbox gesehen haben?
  2. Wie leicht oder schwer fiel es Ihnen, sich ihr zu nähern?

Nutzung

  1. Wie haben Sie entschieden, was in die Box kommt?
  2. Gab es Dinge, die Sie bewusst herausgelassen haben?
  3. Haben Sie die Box eher einmalig oder über Zeit genutzt?

Gestaltung & Funktion

  1. Fühlt sich die Größe der Box für Sie passend an?
  2. Gibt es Elemente, die Sie nicht gebraucht haben?
  3. Gibt es etwas, das Sie vermissen?

Emotionale Wirkung

  1. Wie fühlt sich die Box für Sie heute an?
  2. Hat sich Ihr Blick auf Erinnerungen durch die Box verändert?

Weiterentwicklung

  1. Was würden Sie an der Box verändern?
  2. Für wen würden Sie sie weiterempfehlen – und für wen nicht?

D) NACH dem Produkt – Hinterbliebene

Einstieg

  1. In welcher Situation haben Sie die Erinnerungsbox genutzt?
  2. Was war Ihre erste Reaktion beim Öffnen der Box?

Befüllung & Auswahl

  1. Was haben Sie in die Box gelegt?
  2. Gab es Dinge, bei denen Sie gezögert haben?
  3. Fühlte sich die Box eher wie Hilfe oder wie Verantwortung an?

Gestaltung & Umgang

  1. War die Box für Sie verständlich in der Nutzung?
  2. Fühlte sie sich zu groß, zu klein oder passend an?
  3. Haben Material und Haptik eine Rolle gespielt?

Emotionale Wirkung

  1. Wie hat sich die Box emotional auf Sie ausgewirkt?
  2. Gab es Momente, in denen Sie sie bewusst nicht öffnen wollten?

Reflexion

  1. Hat die Box Ihnen geholfen, mit Erinnerung umzugehen?
  2. Was hätte sie besser machen können?
  3. Würden Sie sich wünschen, dass sich die Box über Zeit verändern darf?

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