Das Gespräch mit Daniel Bauer, welches wir im November hatten, drehte sich rund um mein voraussichtliches Masterarbeitsthema und stellte für mich einen wichtigen Moment im bisherigen Themenfindungsprozess dar. Ich ging in dieses Treffen mit dem Grundgedanken, dass ich mich thematisch noch nicht zu hundert Prozent festgelegt hatte und plante daher ihm zwei unterschiedliche Grundideen vorzustellen und diese gemeinsam zu diskutieren.
Das erste Thema beschäftigte sich mit Visual Storytelling in bewaffneten Duellszenen und Kampfchoreografien. Mich interessiert dabei vor allem die Frage, wie Bildgestaltung, Kameraführung und Editing die Wahrnehmung solcher Szenen beeinflussen und formen. Dieses Themenfeld begleitet mich bereits seit vergangenen Semester und zieht sich durch meine bisherigen Blogposts ebenso wie durch einige meiner praktischen Arbeiten, in denen ich mich intensiv mit choreografierten Schwertkampfszenen auseinandergesetzt habe.
Doch ursprünglich hatte ich, als ich dieses Masterstudium begonnen hatte, einen anderen Plan für meine Masterarbeit, da ich im Rahmen dessen endlich die Idee eines Dokumentarfilms über Historisches Fechten umsetzen wollte. Diese Idee begleitet mich seit nun drei Jahren, allerdings ist mir bis zuletzt kein Forschungsthema eingefallen, das sich sinnvoll mit dieser Vision vereinen ließ. Deshalb wollte ich beide Ansätze im Gespräch vorstellen und gemeinsam mit Daniel Bauer entscheiden, welcher davon sich besser für eine Masterarbeit eignen würde.
Der Verlauf des Gesprächs entwickelte sich jedoch anders als erwartet, denn bevor ich überhaupt dazu kam, meine zweite Idee ausführlich zu pitchen, begann ich zuerst noch grob über meine bisherigen Blogposts und die gefilmten Schwertkampfchoreografien der vergangenen Semester zu erzählen, um das Thema greifbarer zu machen. Daniel reagierte sehr positiv auf diesen Überblick, meiner Begeisterung für dieses Thema und bezeichnete es als eine extreme Nische, die inhaltlich jedoch wirklich spannend klinge.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir seine Rückmeldung, dass gerade meine Expertise und mein Fachwissen kombiniert aus beiden Bereichen, Historisches Fechten und Film, dieses Thema zu einem sehr interessanten Masterarbeitsthema machen würden. Er meinte, dass genau diese Kombination selten sei und großes Potenzial habe. Seine Aussage „Diese Masterarbeit würde ich mir sogar echt gern durchlesen“ wirkte auf mich sehr motivierend und bestätigte mich in meinem bisherigen Ansatz.
Im Gespräch kamen wir zudem auf mögliche inhaltliche Schwerpunkte zu sprechen, welche die Thematik gut ergänzen würden. Dabei ging es vor allem um unterschiedliche Typologien von Actionszenen und um die Frage, wie bewaffnete Duelle je nach kulturellem Kontext inszeniert werden. Aspekte wie Schnitt, Dramaturgie und Mimik spielten dabei eine zentrale Rolle, ebenso der Unterschied zwischen nüchterner und überstilisierter Darstellung, wie man es beispielsweise aus asiatischen Kampfkunstfilmen im Kontrast zu den US-Actionfilmen kennt.
Gleichzeitig wies er jedoch auch darauf hin, dass dieses Thema sehr schnell sehr umfangreich werden könne und die Analyse von Kampfszenen viele Ebenen zum Erforschen eröffne und ich daher einen gezielten Fokus zum Ausarbeiten wählen sollte, wie beispielsweise die Kameraführung. Daher riet er mir dazu, das Thema klar einzugrenzen und bewusst Schwerpunkte zu setzen, um den Rahmen der Masterarbeit nicht zu sprengen.
Einerseits kam ich dadurch leider nicht mehr dazu, meine ursprüngliche Idee zum Dokumentarfilm ausführlich vorzustellen. Andererseits hat mich genau dieses Gespräch sehr darin bestärkt, den bisher eingeschlagenen Weg aktiv weiterzuverfolgen. Die Begeisterung für das Thema und das konstruktive Feedback motivierten mich, mich stärker auf Visual Storytelling, Kampfchoreografie und deren filmische Wahrnehmung zu fokussieren.











