In diesem Blogartikel soll es um meine gewonnenen Erkenntnisse und nächsten Schritte mit der interaktiven Installation GONE gehen, die im Fach Dynamik Media unter der Leitung von Peter Venus entstanden ist.
„GONE“ ist eine interaktive audiovisuellen Installation, die das Schmelzen der Pasterze, des größten Gletschers Österreichs, erfahrbar macht und als memoriales Mahnmal für die Folgen der Klimakrise fungiert. Im Zentrum steht ein hochauflösendes 17,5 x 17,5 cm großes 3D‑Modell eines 12 km² großen Gletscherabschnitts, das mittels Dual‑Projection (Unterprojektion vom Screen, obere Partikelprojektion) und Sounddesign durch eine Handgeste über einen Sensor, durch Auf- und Absenken scheinbar schmilzt und sich wieder aufbaut. Absenken beschleunigt die Auflösung, Entfernen setzt einen Wiederaufbau in Gang. Die audiovisuelle Ebene basiert auf granularer Synthese und Aufnahmen von Schnee, Wasser und Eis, die drei Klangzustände formen.
Ziel war es, abstrakte Klimadaten in eine körperliche Erfahrung zu übersetzen: Das scheinbar spielerische „Schmelzen“ macht Besucher:innen zu Akteur:innen und konfrontiert sie direkt mit ihrer eigenen Verantwortung.
Die Realisierung durchlief einen intensiven Prototyping-Prozess: Von lasergeschnittenen Acryl-Schichtmodellen mit semi-transparenter Unterprojektion zum finalen Resin-3D-Druck auf recyceltem Holzstand. Technisch kamen Arduino mit Modulino-Sensor, FH-Laptop, Sonic-Speaker sowie Max 9 und Resolume zum Einsatz, doch der Laptop-Ausfall am dritten Ausstellungstag (instabile Ports, fehlende Admin-Rechte) zeigte die Schwächen komplexer Setups mit unnötigen Fehlerquellen. Trotzdem bewies die Kombination aus Objekt, Projektion und Sound ihre emotionale Wirkung als Klima-Vermittlung.
Optimierung der Sensorik und Hardware-Plattform
Aus den Learnings leitet das Team ein klares Optimierungskonzept ab, das sich insbesondere auf eine robustere und präzisere Sensorsteuerung konzentriert: Künftig soll „GONE“ auf einer einheitlichen, stabileren Plattform wie TouchDesigner laufen, mit eigener, zuverlässiger Rechnerhardware und einem kontinuierlich arbeitenden Hand- oder Touch‑Sensor. Nach intensiver Recherche und Prototyping-Tests im BerryBase-Sortiment hat sich der Raspberry Pi Pico als überlegene Alternative zum ursprünglichen Arduino herausgestellt – mit 26 GPIO-Pins (vs. 14 beim Arduino Uno), 12-Bit-ADC-Auflösung für feinere Messwerte und PIO-Funktionen für flexible Protokolle, die präzise Handflächen-Interaktionen ermöglichen, ohne unnötige Komplexität. Für die Gestensteuerung (Annäherung schmilzt, Absenken beschleunigt, Entfernen baut auf) eignet sich der kapazitive Touch-Sensor TTP223 optimal: Er erkennt Berührung oder Nähe über eine größere Fläche (z. B. unter einer Acrylplatte), liefert ein stabiles digitales Signal und erlaubt eine Zeitmessung – je länger die Hand aufliegt, desto weiter schreitet die Schmelzanimation in TouchDesigner voran, gesteuert über serielle Daten (z. B. als Float-Werte von 0–1). Alternativen wie ein berührungsloser Infrarot-Temperatursensor (z. B. MLX-basiert) könnten die Wärme der Handfläche nutzen, um die Auflösung kontinuierlich zu beschleunigen, oder ein Force-Sensitive-Resistor (FSR) für druckbasierte Variationen, wobei letzterer bei BerryBase ergänzt werden müsste. Der Pico (3,3 V) verbindet sich nahtlos via UART-Serial mit TouchDesigner, wo ein Serial DAT die Werte empfängt, normalisiert und direkt auf Speed- oder Timeline-Parameter der FBX-Gletscheranimation routed – MicroPython erleichtert schnelles Prototyping ohne ständigen Upload. Diese Wahl minimiert Ausfälle durch mehr Pins, niedrigeren Stromverbrauch und Kompaktheit, während Level-Shifter 5-V-Sensoren sicher integrieren.
Professioneller Transportabler Stand
Geplant ist zudem ein professionell gestalteter, transportabler Stand aus mattem Holz oder Aluminium mit integriertem Projektor (Throw Ratio ca. 0,5), der die Arbeit festival‑ und touring‑tauglich macht, etwa für einen Einsatz bei der Ars Electronica.
Bauanleitung: Transportabler Stand für „GONE“
Materialien (für 24″-Screen-Box, max. 1,30 m hoch):
- Anthrazitfarbene Kompaktplatte Hornbach (2800 x 1300 x 6 mm, RAL 7016) – wetterfest, UV-stabil, matt-minimalistisch.
- Schrauben, Winkelverbinder, Leim; Werkzeuge: Säge, Bohrer, Schleifpapier.
Schritt 1: Zuschnitt bestellen
Beim Hornbach-Service: 2x Vorder-/Rückwand (600 x 1300 mm), 2x Seiten (400–600 x 1300 mm Tiefe für Sensorraum), Reste für Rippen/Verstrebungen. Höhe nutzt volle 1,30 m Plattenbreite.
Schritt 2: Vorbereitung
Kanten abschleifen, Löcher für Kabel/Sensor (Pico + TTP223) vorbohren. Innenraum für Raspberry Pi Pico, Serial-Kabel und Projektor vorbereiten.
Schritt 3: Montage
- Seitenwände mit Winkelverbindern/Schrauben fixieren (Tiefe 40–60 cm).
- Innere Rippen für Stabilität (6 mm Dicke hält 5–10 kg Screen).
- Screen oben montieren, Projektor (Throw Ratio 0,5) integrieren – mattes Anthrazit rahmt Dual-Projektion schick ein.
Schritt 4: Abschluss & Test
Leimfugen glätten, transportabel verpacken. Test: Gletscher-Modell stabil, Gesten-Sensor funktioniert: festivaltauglich für Ars Electronica.
Ergebnis: Robuste, elegante Box – kratzfest, pflegeleicht und perfekt zur Ästhetik von „GONE“.
Hinweis zur Verwendung von KI
Zur Recherche sowie der sprachlichen Optimierung und für Verbesserungsvorschläge hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurde ein KI-gestütztes Schreibwerkzeug (Perplexity 2026) verwendet.