Nachdem wir mehrere unterschiedliche Gespräche bezüglich Masterarbeit mit verschiedenen Menschen hatte, ist mir klar geworden, dass mir noch etwas der Fokus fehlt. Bei meinem Gespräch mit Frau Lagger, haben wir zwar auch klargestellt, dass zu Beginn des Researchs auch noch kein exakt klarer Fokus stehen muss, dennoch wäre es gut, einen Bereich und eine Zielgruppe zu definieren – einfach damit ich es mir leichter und greifbarer mache.
Ich find es immer sehr schwer, einen klare Fokus zu finden, weil das ja bedeutet, dass interessante Themen herausfallen könnten. Hier also erstmal, was ich gern mitdrin hätte.
Reime
Klar, das ist offensichtlich und der Hauptfokus meiner Arbeit.
Humor
Nachdem ich letztens die eine Masterarbeit zum Thema Humor im Design gelesen habe, habe ich nochmal mehr gemerkt wie interessant ich Humor und Witz eigentlich finde, auch wenn es schwer messbar ist. Aber gerade das macht es so interessant und in kombination mit Reimen vielleicht auch gut erforschbar.
Außerdem schafft Humor einen niedrigschwelligen Einstieg in jegliche Kommunikation. Oft werden so Hemmschwellen reduziert und Botschaften zugänglicher gemacht (Eisend & Kuß, 2009). Menschen reagieren offener auf spielerische statt belehrende Sprache. Besonders bei Text im öffentlichen Raum kann oft der erste emotionale Impuls entscheiden und Humor könnte diesen Impuls positiv färben. Gleichzeitig ist natürlich auch die Frage, wie weit Humor gehen kann und ab wann Grenzen überschritten werden oder ernste Themen zu witzig dargestellt werden.
Anwendungsbereich: Aktivismus/ gesellschaftliche Kommunikation
Ich arbeite in meinen bisherigen Projekten häufig mit gesellschaftlichen oder feministischen Themen, auch sichtbar hier im prozess meiner Blogposts. Dabei interessiert mich irgendwie immer weniger laute oder konfrontative Protestästhetik, sondern subtilere, alltagsnahe Interventionen und gleichzeitig Gestaltung die Menschen eher einlädt als belehrt.
Ich hab durch vorherige Arbeit und Praktika auch ein paar Kontakte bei Greenpeace und zu aktivistischen Gruppen in Graz, deren Standpunkte ich für meinen Research gut nutzen könnte.
Außerdem sind viele aktivistische Gestaltungen recht ernst, schwer oder moralisch aufgeladen und solche Kommunikation kann logischerweise schnell abschreckend oder überfordernd sein, vor allem für Menschen, die sich damit eher wenig befassen wollen und damit im Straßenbild überrascht werden.
Ich hab gemerkt, dass ich selbst auf humorvolle oder gereimte Botschaften stärker reagiere als auf reine Forderungen. Deshalb interessiert mich, ob spielerische Sprache wirksamer sein kann als klassische Appelle und Aktivismusformen.
Mögliche Forschungsfrage (fokussiert yeha):
Wie beeinflussen gereimte und humorvolle Formulierungen die Wahrnehmung, Merkfähigkeit und emotionale Zugänglichkeit gesellschaftlicher Botschaften im öffentlichen Raum im Vergleich zu sachlich formulierten Aussagen?
Oder aber, wenn ich mehr in Richtung Gestaltung gehen möchte:
Wie beeinflussen typografische und layoutbezogene Gestaltungsstrategien die Wahrnehmung, Lesbarkeit und Merkfähigkeit gereimter Sprache in der visuellen Kommunikation?