Master Thesis Exposé V3

In diesem Blogartikel soll es um die weiter ausgefeilte und konkretisierte Form des Exposés gehen und in welche Richtung sich mein Thema entwickelt hat.

Mit meinem ersten Master-Exposé wollte ich untersuchen, wie Licht als kulturelles, religiöses und atmosphärisches Medium fungiert und fragen, wie natürliches, religiös konnotiertes und künstliches Licht Räume prägt. Ausgangspunkt sollte die jahrtausendealte Lichttradition in sakralen Architekturen, von Maya-, Azteken- und Inka-Bauten bis zur christlichen Kirche sein und die Frage, wie zeitgenössische Medienkunst mit Projektion und Videomapping in diese aufgeladenen Räume eingreift.

Ziel war es, natürliche und künstliche Lichtquellen in sakralen, urbanen und ungewöhnlichen Räumen zu vergleichen, ihre Wirkungsweisen zu analysieren und daraus eine eigene ortsspezifische Lichtinstallation zu entwickeln. Dabei sollten folgende Theorien hinzugezogen werden: Atmosphäre (Böhme, Pallasmaa), Wahrnehmung, Lichttheologie und Lichtkunst (u. a. Turrell, Eliasson) als Grundlage, ergänzt durch Raumanalysen, experimentelle Lichtstudien, ein künstlerisches Werkstück und Besucherforschung.

In Version 3 verschiebt sich der Fokus deutlich: Statt einer breiten „Dreifaltigkeit des Lichts“ in verschiedenen Raumtypen konzentriert sich das Exposé nun klar auf Videomapping im sakralen Raum.

Künstliches Licht wird hier explizit als zeitgenössisches Werkzeug zur Atmosphären-Gestaltung verstanden, das in Kirchen nicht als visuelle Überlagerung, sondern als Fortführung historischer Lichtlogiken eingesetzt werden soll. Im Zentrum steht ein reduziertes Ein-Beamer-Setup, das sich konzeptionell an der Einzigartigkeit des Sonnenlichts orientiert und im Mausoleum Graz in Form einer sechs- bis zehnminütigen, dramaturgisch ausgearbeiteten Mapping-Show erprobt werden soll.

Der Projektteil wird konkreter: Hybride Workflows mit Zeichnung, Modellbau, physischer Lichtmanipulation, 3D-Scanning, KI-gestützter Modellierung und performativer Steuerung (MIDI, Gesten, Live-Tracking) werden gezielt benannt und als Methode zur Entwicklung einer architektursensiblen, rituell erfahrbaren Lichtinszenierung beschrieben.

Wie sich V3 gegenüber der ersten Version weiterentwickelt hat

1. Thematische Fokussierung

V1: Breites Thema „Licht Räume: Natürliches, religiöses und künstliches Licht in sakralen, urbanen und natürlichen Räumen“.

V3: Klarer, enger Arbeitstitel „Videomapping im sakralen Raum“ mit Fokus auf künstliches Licht in Kirchen und Mausoleum.

→ Die Arbeit verschiebt sich von einem vergleichenden Licht-Essay über drei Raumtypen hin zu einer konkreten Untersuchung von Videomapping als ritueller Lichtpraxis im sakralen Kontext.

2. Räumlicher Rahmen

V1: Drei Raumkategorien – sakral (Andräkirche), urban (z. B. Hornig Areal/Klanglicht) und ungewöhnlich/verlassen (Industriehalle o. Ä.).

V3: Konzentration auf einen spezifischen sakralen Ort, das Mausoleum Graz, inklusive Anbindung an ein mögliches Jubiläumsprojekt 2028.

→ Der Raumbezug wird von „vergleichend und breit“ zu „konkret, ortsspezifisch und kuratorisch anschlussfähig“ geschärft.

3. Forschungsfrage und Unterfragen

V1: Zentrale Frage vergleicht natürliches, religiöses und künstliches Licht in verschiedenen Räumen und fragt nach atmosphärischen, symbolischen und räumlichen Bedeutungen.

V3: Zentrale Frage fokussiert hybride analoge und digitale Videomapping-Methoden im sakralen Raum und deren Potenzial, Lichttraditionen zeitgenössisch zu reinterpretieren und neue Raum- und Ritualerfahrungen zu erzeugen.

V1-Unterfragen: kulturelle Lichtbedeutung (Maya, Azteken, Inka, Christentum), Veränderung traditioneller Lichtpraktiken, Wirksamkeit natürlichen vs. künstlichen Lichts, Vergleich verschiedener Orte.

V3-Unterfragen: Wirkung eines Ein-Beamer-Setups im Vergleich zum Sonnenlicht, Beitrag analoger Ausgangsformen, Rolle von KI-Tools, performative Steuerung von Bild und Sound, Videomapping als rituelle Lichtpraxis.

→ Der Fokus wandert von kulturhistorischen und raumtypologischen Vergleichen hin zu gestalterischen, medialen und performativen Fragen innerhalb eines klar definierten Mediums (Videomapping).

4. Hypothese und Zielsetzung

V1-Hypothese: Unterschiedliche Lichtquellen erzeugen je eigene, kulturell und atmosphärisch kodierte Raumwirkungen; künstliches Licht kann bei sensibler Anwendung sakrale Lichtpraktiken fortführen.

V3-Hypothese: Schon ein reduziertes Ein-Beamer-Setup kann – bei präziser räumlicher und zeitlicher Steuerung – starke Atmosphären erzeugen und als zeitgenössische Entsprechung des Sonnenlichts fungieren, ohne die Architektur zu überlagern.

V1-Ziele: Theoretische Analyse, Vergleich dreier Raumtypen, experimentelle Lichtreihe (von Sonne bis Mapping), Entwicklung eines modularen, mobilen Lichtsystems und einer Installation an mindestens einem Ort.

V3-Ziele: Entwicklung eines reproduzierbaren Videomapping-Ansatzes für sakrale Räume, Realisation einer konkreten sechs- bis zehnminütigen Show im Mausoleum samt analytischer und künstlerischer Reflexion.

→ Zielbild und Output werden in V3 viel konkreter: Es gibt ein klar definiertes Werkformat, einen Ort und eine mögliche Wiederverwendung.

5. Methoden- und Technikschärfung

V1: Sehr breites Methodenset – Theorie, drei Raumanalysen, experimentelle Reihe (Sonnenlicht, Kerzen, Prismen, Solar-Setup, Mapping), mobile Lichtsysteme, Besucherinterviews, künstlerische Installation in variablen Orten.
V3: Methoden konzentrieren sich auf Mausoleum-Analyse, analoge und digitale Experimente, Ein-Beamer-Mapping mit Holonetz/Sound, performative Steuerung (Sensoren, Controller, Live-Tracking), Aufzeichnung der Performances und Auswertung.
→ Aus einer eher explorativen „Werkzeugkiste“ wird ein fokussierter, auf ein konkretes Projekt hin ausgerichteter Methodenmix mit klarer technischer Roadmap.

6. Rolle von Technologie und KI

V1: Mappingsoftware und Projektoren werden genannt, aber eher als generische Tools; KI spielt noch keine explizite Rolle.

V3: KI-gestützte Modellierung, 3D-Scanning, Video-Time-Remapping und performative Steuerung werden explizit als Forschungsgegenstand benannt.

→ Technologie wird in V3 nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Teil der Fragestellung verstanden (z. B. Rolle von KI bei der Transformation analoger Inhalte).

7. Dramaturgie, Performativität und Ritus

V1: Rituelle Dimension von Licht ist eher inhaltlich/theoretisch verankert (Licht als Träger von Transzendenz, sakrale Atmosphäre, anthropologische Perspektive).

V3: Videomapping wird als potenziell „zeitgenössische Form ritueller Lichtpraxis“ diskutiert; körperbasierte Steuerung und gestische Animationsqualitäten werden direkt mit Raum- und Ritualerfahrung verknüpft.

→ Die rituelle Ebene rückt näher an die konkrete Gestaltungspraxis: Nicht nur „Licht als Symbol“, sondern performative Inszenierung von Licht, Klang und Zeit im sakralen Setting.

Fazit

Von der ersten Version zu V3 ist im Kern ein Prozess der Fokussierung und Konkretisierung.

Aus einer weit gefassten Untersuchung von Licht in verschiedenen Kulturen und Raumtypen ist ein klar konturiertes Projekt geworden, das sich präzise mit Videomapping im sakralen Raum, dem Mausoleum Graz als Versuchsfeld und der Frage nach einer zeitgenössischen rituellen Lichtpraxis beschäftigt. Gleichzeitig bleibt die theoretische Tiefe erhalten, wird aber stärker auf die eigenen künstlerischen Entscheidungen, Workflows und technischen Setups geknüpft.


Hinweis zur Verwendung von KI

Zur sprachlichen Optimierung und für Verbesserungsvorschläge hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurde ein KI-gestütztes Schreibwerkzeug (Perplexity 2026) verwendet.

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