8. IMPULS: LlumBCN – Part 2: Sant Martí im Zeichen der Lichtkunst

LlumBCN – Kontext und Dichte

Über das Festival verteilt wurden insgesamt zwölf professionelle Lichtinstallationen gezeigt, ergänzt durch 21 weitere Projekte von Schulen und Universitäten im Viertel Sant Martí.

Parks, Museen, Universitäten, Straßenkreuzungen, öffentliche Plätze und das Design Museum Barcelona fungierten dabei als temporäre Ausstellungsräume und verwandelten das Viertel in einen nächtlichen Ort für Licht.

Die Bandbreite der Arbeiten reichte von statischen Lichtskulpturen bis zu sehr unterschiedlichen Projektionen, etwa klassische Fassadenprojektionen, Projektionen auf Hologaze-Netze und Glasflächen sowie eine Laserinstallationen.

Gerade diese mediale Vielfalt macht LlumBCN für mich als Mediengestalterin inspirierend: Licht erscheint weniger als „Beleuchtung“, sondern als Material, das in unterschiedliche räumliche und atmosphärische Konstellationen eingebettet wird. Im direkten Vergleich zum Grazer Klanglicht fällt für mich dennoch eine qualitative Differenz auf. Während Klanglicht in seiner kuratorischen Auswahl und technischen Ausführung oft sehr präzise wirkt, hatte LlumBCN dieses Jahr stellenweise etwas Unebenes; nicht jede Installation schien denselben gestalterischen und dramaturgischen Tiefgang zu besitzen. Auch wirkten die vielen Lichter der Stadt von Barcelona wie eine zusätzliche Überlagerung, die den Fokus mancher Arbeiten etwas verschob.

Next Nature II – Wasser, Klang und Projektion

Besonders eindrücklich war für mich die Installation „Next Nature II“ von Rotor Studio (Ángeles Angulo, Román Torre), gezeigt an der Fassade von L’Auditori, Llanterna.

Die Arbeit präsentiert ein hybrides Ökosystem zwischen physischer und digitaler Sphäre, in dem Wasser und Sound eine vollständig sensorische Erfahrung formen.

Eine projizierte virtuelle Wasserfall-Landschaft lädt das Publikum ein, sich durch einen ruhigen, beinahe kontemplativen Raum zu bewegen.

Die Installation verknüpft die Bewegungen der Besucher mit Parametern des Ökosystems, sodass Körper, Technologie und Natur gleichsam in ein fragiles Gleichgewicht gebracht werden.

In der Beschreibung wird explizit von einem Raum der Ruhe und Reflexion gesprochen, in dem der urbane Kontext temporär in eine Zone der Gelassenheit transformiert wird.

Gestalterisch nähert sich Next Nature II meinen derzeitigen Arbeitsweisen an: Die schwarz‑weißen, abstrakten Visuals auf dem Holonetz erinnern an digitale Strukturen, die zugleich organisch wirken. Der Klang des Wassers wurde vor Ort durch zwei reale Wasserdurchläufe erzeugt, die links und rechts der Besuchenden platziert waren; dieses physische Wassergeräusch diente als akustische Folie für den virtuellen Wasserfall und verschränkte Projektion und Realität in einer gemeinsamen Wahrnehmungsschicht.

Für meine Masterarbeit ist diese Installation interessant, weil sie eine künstliche Lichtlandschaft schafft, die dennoch stark mit natürlichen Referenzen (Wasserfall, Ökosystem, Ruheort) arbeitet. Es verschiebt sich die Grenze zwischen natürlichem und künstlichem Licht.

Es zeigt, wie künstliches Licht, in Form von Projektion und Mapping, traditionelle Natur- und Lichtpraktiken transformiert. Ein kontrolliertes, künstliches Setting, in dem Licht zur Schnittstelle zwischen Körper, Architektur und digitalem Ökosystem wird.

Für meine eigene künstlerische Praxis im Bereich Video Mapping und audio-visueller Installationen nehme ich aus dieser Arbeit vor allem zwei Impulse mit: Erstens, wie stark der Einsatz von reduziertem, abstraktem Bildmaterial sein kann, wenn er mit einem klaren räumlichen Setting verbunden ist. Zweitens, wie effektiv echte physische Elemente, wie Wasser und dessen Klang, die Glaubwürdigkeit und Atmosphäre einer ansonsten komplett künstlichen Lichtumgebung steigern können.

Mein persönliches Highlight des Festivals war dennoch die Arbeit von MO:YA, auf die ich im vorherigen  Impulsblog detaillierter eingegangen bin.


Hinweis zur Verwendung von KI

Zur sprachlichen Optimierung und für Verbesserungsvorschläge hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurde ein KI-gestütztes Schreibwerkzeug (Perplexity 2026) verwendet.

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