Ich habe schon in ein paar Impulsen für diese Blogserie Filme analysiert und versucht herzuleiten wie und warum die Filmemacher bestimmte Entscheidungen getroffen haben. Schon damals war mir klar, möchte ich ähnliche Analysen auch in meiner Masterarbeit machen (und das möchte ich ja) brauche ich dafür eine zumindest strukturiertere (am besten aber sogar wissenschaftlich genormte) Herangehensweise, sodass meine Ergebnisse einerseits einheitlich zwischen den Filmen, aber auch für Dritte nach außen hin nachvollziehbar sind. Spätestens im Gespräch mit Ursula Lagger wurde diese Vermutung bestätigt, woraufhin ich im letzten Impuls dieser Blogserie einmal kurz nachsehen wollte, wie der Wandering DP seine Filmanalysen (beziehungsweise Breakdowns) so aufzieht. Dafür habe ich mir seinen Patreon Breakdown zum Film Oppenheimer angesehen.
Herangehensweise
O´Sullivan sucht sich im Vorfeld ungefähr 10 bis 15 Szenen aus dem Film heraus, die er in (in diesem Fall) 30 Minuten durchbespricht. Dabei geht er voll allem auf drei Dinge ein: Blocking, also wo stehen die Charaktere im Raum und in welchem Verhältnis zueinander, Kameraposition, also auf welche Seite der line of action befinden wir uns und warum, und Lichtsetzung, also woher kommt das Licht, welche Qualität hat es und warum.
Dies macht er aber ohne echten Leitfaden, also nicht genormt wie bei einer Masterarbeit, dass er Shot für Shot den selben Katalog abarbeitet. Stattdessen konzentriert er sich mehr auf das, was seiner Meinung nach am wichtigsten in dem Shot ist, also warum sind wir beispielsweise hier auf der rechten Seite und nicht auf der linken. Dies erklärt er dann mit allen Vor- und Nachteilen.
Ich denke, dass ich hiervon semi viel für meine Masterarbeit mitnehmen kann. Das worauf er achtet, ist definitiv auch genau das, worauf ich mich in meinen Analysen konzentrieren will. Keine Analyse der Handlung, der Charaktere, oder Ähnlichem, sondern eine Analyse all derer Faktoren, die bestimmen wie das Bild am Ende aussieht, nicht was darin passiert. Dafür brauche ich aber eine striktere Herangehensweise und klare Regeln, um meine Arbeit auf ein wissenschaftliches Niveau zu bringen.