Nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen und alle Takes gesichert waren, begann die nächste zentrale Etappe meines Projekts: das Sichten und Schneiden des Materials. Der Fokus lag dabei zunächst auf Team 2, das bereits während der Produktion die komplexeste und aufwändigste Choreografie geliefert hatte, sowohl inhaltlich als auch kameratechnisch. Genau deshalb war es mir ein Anliegen, mit diesem Material in den Schnittprozess einzusteigen.
Der erste Rohschnitt ist mittlerweile fertig und hier einsehbar:
Das erste Durchsehen des Materials war für mich, wie so gerne eine Mischung aus Vorfreude und Ernüchterung. Einerseits sah das Rohmaterial auf den ersten Blick teils sehr beeindruckend aus, die Schauspieler gaben ihr Bestes in Ihrer Choreografie und vollzogen diese mit technischer Perfektion.
Andererseits realisierte ich erst beim Sichten, wie viele Takes der eine oder andere komplexere Stunt tatsächlich benötigte und ich das im Eifer der Kameraarbeit kaum aktiv wahrgenommen habe, dazu gehörten das Ringen, der anschließende Wurf und das gegenseitige Entwaffnen. An dieser Stelle muss ich wieder großen Dank an Thomas Hofer aussprechen, der die Stuntkoordination und auch das Schreiben der Shotliste übernahm.
Ebenso bemerkte ich im Schnittprozess kleinere Fehler, die bei meiner Kameraarbeit entstanden sind. So gibt es einzelne Shots, bei denen ich die Schauspieler zu langsam mitverfolgt habe und sie mir wortwörtlich aus dem Frame davon liefen oder ein Klingenaustausch außerhalb des sichtbaren Bereich passierte. Im Falle von Gruppe 2 passierte dies beispielsweise in dem Moment, wo Ben sich vom Wegstoßen aufrafft und erneut Simon attakiert (Sekunde 27 im Rohschnitt), hierbei schafft ich es leider bei keinem einzigen Take beide Kontrahenten ins Bild zu bekommen, weshalb ich mich im Feinschnitt dazu entschied, früher auf den darauffolgenden Shot zu wechseln, wodurch dieser zwar nun länger dauert, jedoch dieser Fehler zu Gänze umgangen werden konnte.
Was mir persönlich der größte Dorn im Auge ist, ist die Tatsache, dass ich sehr wenig qualitativ gute Aufnahmen in der (Halb) Totale der Gruppe habe und ich zugleich sehr viele Teile sehr nahe filmte. Von Amerikanischer bis Nahaufnahme habe ich alles sehr breit abgedeckt, jedoch mangelt es an Ausweichmöglichkeiten zu alternativen Long Shots.
Ich habe zwar bei jeder Choreografie drei Sicherheitsaufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln gemacht, diese sind jedoch statisch und im Gegensatz zum restlichen Footage sehr simpel gehalten. Im Rahmen des Feinschnitts werde ich dieses Thema nochmal beleuchten und einen genaueren Blick darauf werfen, ob und wo man einen Long Shot einbauen könnte.
Der erste Rohschnitt mit Team 2 zeigte mir sehr deutlich, dass der Aufwand, sowohl in der Vorbereitung als auch am Set, gerechtfertigt war und erste Früchte trägt. Die Choreografie ist anspruchsvoll und dennoch nachvollziehbar. Natürlich ist dies nur der erster Arbeitsschritt und viele weitere Schritte wie Sound, Feinschnitt und Color Correction stehen noch aus. Aber der Grundstein ist gelegt.
Fortsetzung folgt bald mit Team 1. Team 3 und Team 4, schaut daher während der Ferien gerne nochmal vorbei!